Thüringen: Anträge von Grundstückseigentümern

Anne T. stellte für ihre neun Grundstücke
Anne T. stellte für ihre neun Grundstücke den Antrag auf jagdrechtliche Befriedung bei der zuständigen Jagdbehörde. »Ich kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, dass Tiere auf meinem Grundstücken getötet werden.« · Bild: Anne T.

Antrag auf Jagdverbot im Saale-Orla-Kreis

Antrag auf Jagdverbot im Saale-Orla-Kreis

Anne T.* besitzt neun Grundstücke im Saale-Orla-Kreis in Thüringen, nur etwa zwei Kilometer von der Grenze nach Bayern entfernt. Drei Grundstücke sind Waldstücke, die zum Teil im Staatsforst liegen. Sechs Grundstücke sind Wiese und Ackerland, die direkt an einen Wald grenzen - und voller Hochstände stehen. Dies will die Tierschützerin nicht länger dulden. Sie kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass Jäger auf ihren Grundstücken Tiere tot schießen.

»Wir können es nicht nachvollziehen,
»Wir können es nicht nachvollziehen, warum hier gejagt wird«, sagt die Grundstückseigentümerin. Ihre Wiesen und Waldgrundstücke liegen mitten im »Grünen Band« an der Grenze zwischen Thüringen und Bayern. Das »Grüne Band« ist als »Nationales Naturmonument« ausgewiesen, weil es als Schatzkammer der Artenvielfalt gilt. · Anne T.

»Die Tiere sollen auf meinem Grund und Boden friedlichen leben können«

Daher stellte die Grundstückseigentümerin am 25. April 2019 den Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen bei der Unteren Jagdbehörde des Landratsamtes Saale-Orla: »Ich lehne die Jagd aus ethischen Gründen ab und kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, dass Tiere auf meinem Grundstücken getötet werden. Die Tiere sollen auf meinem Grund und Boden friedlich leben können!«

Die Grundstücke liegen mitten im »Grünen Band« zwischen Thüringen und Bayern, direkt an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Für Tiere und Pflanzen war der »Todesstreifen« der innerdeutschen Grenze ein Lebensraum, in dem sie sich ungestört entwickeln und entfalten konnten. »Damals konnte sich das Wild in diesem Gebiet ohne Jagd (bzw. sehr wenig Jagd) bewegen«, berichtet berichtet die Thüringerin. »Damit war es ab 1990 vorbei, fast der gesamte Bestand an Hirschen wurde von den Jägern aus Bayern und Gastjägern der Treuhand zusammen geschossen.«

»Mein Wald mit Hochstand.
»Mein Wald mit Hochstand. So etwas macht mich sprachlos«, sagt die Grundstückseigentümerin, die auch im Naturschutz aktiv ist. · Anne T.
Auch auf der Wiese der Tierfreundin
Auch auf der Wiese der Tierfreundin steht ein mobiler Jägerstand. · Anne T.

Warum darf auch im Naturschutzgebiet und im »Nationalen Naturmonument« gejagt werden?

Ende 2018 hat Thüringen das »Grüne Band« als Nationales Naturmonument ausgewiesen, weil es als Schatzkammer der Artenvielfalt gilt. Doch warum darf in diesem ökologisch so wertvollen Gebiet gejagt werden? Antje Hillbrand und ihre Familie können es nicht verstehen: »Wir können es nicht nachvollziehen, dass es keine Hirsche mehr in unserem Gebiet gibt und auch im Naturschutzgebiet des Staatsforstes gejagt wird.«

»Es macht mich sprachlos, dass in meinem Wald und auf meinen Wiesen Hochstände stehen«

»Es macht mich sprachlos, dass in meinem Wald und auf meinen Wiesen Hochstände stehen«, erklärt die Tier- und Naturschützerin. »Teilweise stehen die Hochstände nicht mal 20 Meter auseinander.«

Außerdem machen sie sich Sorgen um die Sicherheit: »Am Ostersonntag, gegen 12 Uhr, haben wir draußen Mittag gegessen und mussten feststellen, dass im angrenzenden Wald gejagt wurde - und das an einem Feiertag, während viele Wanderer und Spaziergänger unterwegs waren.« Sie fragen: »Wie kann man an einem Feiertag mitten in einem Wandergebiet mittags herumballern?«

Anne T. wird Pionierarbeit leisten müssen. Sie ist eine der ersten, die in Thüringen den Antrag auf jagdrechtliche Befriedung gestellt hat.


*Name von der Redaktion geändert.

  • Antrag auf Jagdverbot im Saale-Orla-Kreis

    Anne T.* besitzt neun Grundstücke im Saale-Orla-Kreis in Thüringen, nur etwa zwei Kilometer von der Grenze nach Bayern entfernt. Drei Grundstücke sind Waldstücke, die zum Teil im Staatsforst liegen. Sechs Grundstücke sind Wiese und Ackerland, die direkt an einen Wald grenzen - und voller Hochstände stehen. Dies will die Tierschützerin nicht länger dulden. Sie kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass Jäger auf ihren Grundstücken Tiere tot schießen.