Antrag auf Jagdverbot im Landkreis Oldenburg

Susann Brinkmann freut sich,
Susann Brinkmann freut sich, wenn Rehe auf ihr Grundstück kommen. Die Tierfreundin lehnt das Töten von Tieren ab und isst seit ihrer Kindheit kein Fleisch mehr. Dass Jäger auf ihrem Hofgrundstück Tiere tot schießen, kann sie nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. · Bild: Susann Brinkmann

"Wir leiden darunter, dass auf unserem Grundstück

Tiere gejagt und getötet werden"

Susann Brinkmann besitzt ein 86.500 Quadratmeter großes Hofgrundstück in Groß Ippener im Landkreis Oldenburg (Niedersachsen). Ihr Hof liegt außerhalb der geschlossenen Ortschaft - damit gehört das Grundstück automatisch zu einer Jagdgenossenschaft. „Seit sehr langer Zeit schon leiden wir unter der Tatsache, dass auf unserem Grundstück Tiere bejagt und getötet werden“, so Susann Brinkmann. Die Grundstückseigentümerin hat darum einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt.

Susann Brinkmann kann die Jagd auf ihrem Grundstück nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren: „Schon von frühem Kindesalter an habe ich den Verzehr von Fleisch und das Töten von Tieren abgelehnt. Wir wünschen uns auf unserem Grund und Boden ein harmonisches Miteinander von Mensch und Tier.“

Schon seit 2010 suchen Susann Brinkmann und ihre Mutter Ellinor Scholz nach Möglichkeiten, die Jagd auf ihrem Grundstück zu stoppen. „Am 18.8.2017 stellte ich den ersten Antrag auf Befriedung gemäß § 6a BJagdG aus ethischen Gründen“, berichtet die Grundstückseigentümerin. Den zweiten Antrag auf Befriedung stellte sie am 24.4.2018 mit allen dazu angeforderten Unterlagen: Grundbuchauszüge der Eigentumsflächen, Übersichtskarte, Liegenschaftskarte, Liste der angrenzenden Eigentümer.

Die Grundstückseigentümerin hat einen Antrag
Die Grundstückseigentümerin hat einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt. Bild: Susann Brinkmann

Fast jede Nacht Schüsse,

Schrotpatronen auf dem Grundstück

„Es ist wirklich ein sehr zäher und langwieriger Kampf, sich aus den Klauen der Zwangsbejagung zu befreien. Wir geraten durch die ständige nächtliche Schießerei an die Grenzen der Belastbarkeit“, klagt Susann Brinkmann. „Seit ungefähr 8 Jahren Schüsse, fast jede Nacht, ab Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden und das direkt an unserem Wohnhaus - dies hat bereits zu eklatantem Schlafmangel und zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen geführt. Meine Mutter leidet besonders unter der Situation. Aufgrund der nächtlichen Aufregung kam es bei ihr zu erheblichen (dokumentierten) Blutdruckentgleisungen und in Folge dessen erlitt sie sogar einen Schlaganfall. Der Gedanke, welches Tier nun gerade wieder sein Leben verloren hat, wenn wir in der Nacht die Schüsse hören, ist für uns beide schwer zu ertragen.“

Gefundene Schrotpatronen der Marke Rottweil auf ihrem Hofgrundstück habe sie der Polizei übergeben, berichtet die Grundstückseigentümerin.

Inzwischen hat Susann Brinkmann Kontakt mit anderen Grundstückseigentümern in Niedersachsen aufgenommen, deren Grundstücke inzwischen offiziell jagdfrei sind, und hilfreiche Tipps sowie moralische Unterstützung erhalten: „Wir haben wieder Hoffnung geschöpft!“