Oberbayern: Ehepaar klagt gegen Zwangsbejagung

Das Ehepaar Mönch aus Siegsdorf im Landkreis Traunstein in Oberbayern klagt vor dem Verwaltungsgericht München, um zu verhindern, dass weiterhin auf ihren Grundstücken gejagt wird.

Das Ehepaar kann die Tatsache, dass Jäger auf ihren 4 Hektar Grundstücken Tiere tot schießen, nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. „Sie erschießen die Tiere praktisch vor unserer Haustür“, sagt der 68-jährige Diplom-Ingenieur Dietbert Mönch laut OVB online vor dem Verwaltungsgericht München. „Wir müssen den Tötungsprozess miterleben.“

Bereits 2014 stellte das Ehepaar bei der Unteren Jagdbehörde des Landratsamtes Traunstein einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung seiner Grundstücke und berief sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012: Demnach ist es nicht mit dem in der Menschenrechtskonvention garantierten Schutz des Eigentums zu vereinbaren, wenn Grundstückseigentümer zwangsweise Mitglied in einer Jagdgenossenschaft sind und damit die Jagd auf ihrem Grund und Boden gegen ihren Willen dulden müssen, obwohl der Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt.

Doch die Begründung „Ich lehne die Jagd aus ethischen Gründen ab“ reichte der Jagdbehörde nicht. Erst nachdem die Mönchs einen Anwalt eingeschaltet hatten, kam das Verwaltungsverfahren in Gang. Nachdem sich die Jagdgenossenschaft und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gegen eine Befriedung ausgesprochen hatten, lehnte die Jagdbehörde den Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ab.

Daraufhin klagten die Grundstückseigentümer vor dem Verwaltungsgericht München. Bei der Anhörung am 25.6.2019 legte Dietbert Mönch ausführlich die Gründe dar. Das Ehepaar sei grundsätzlich gegen das Töten von Wildtieren, insbesondere auf dem eigenen Grundstück, und engagiere sich seit Jahrzehnten im Tierschutz. Hautnah auf dem eigenen Grundstück miterleben zu müssen, wie Jäger auf Tiere schießen, wie Tiere Schmerzen erleiden, sei für die Tierfreunde unerträglich.