7 Grundstücke im Landkreis Sigmaringen jagdfrei

Eine Tierfreundin aus dem Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg hat ein Jagdverbot auf ihren Grundstücken durchgesetzt.
Im März 2013 stellte Elisabeth Vogel den Antrag auf Jagdbefreiung aus ethischen Gründen auf ihren sieben Grundstücken in Wald, Ruhestetten und Hippetsweiler (Landkreis Sigmaringen). Die langjährige Vegetarierin kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn Jäger auf ihrem eigenen Grund und Boden Tiere tot schießen. „Jäger schießen aus dem Hinterhalt auf wehrlose Tiere und reißen gesunde Lebewesen mitten aus dem Leben“, sagt sie gegenüber der Schwäbischen Zeitung vom 16.4.2019.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte am 26.06.2012 entschieden, dass die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gegen die Menschenrechte verstößt, sofern der Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt. „Davon habe ich ein halbes Jahr später durch Zufall gelesen und fand es toll“, erzählt die Grundstückseigentümerin.

Doch die Tierfreundin brauchte einen langen Atem: Ganze sechs Jahre musste sie warten! Seit 1.4.2019 sind ihre Grundstücke endlich offiziell jagdrechtlich befriedet.

Die Jagdbehörde des Landkreises Sigmaringen stellte Bearbeitungsgebühren in Höhe von 860 Euro in Rechnung. Und: Die Grundstückseigentümerin musste kennzeichnen, in welchem Gebiet das Jagdverbot gilt. Sie stellte 14 Schilder an der Grundstücksgrenze auf.