Keine Jagd auf meinem Grundstück!

Zwangsbejagung ade!

Tierfreunde müssen die Jagd auf ihren Grundstücken nicht mehr länger dulden

Sind auch Sie Eigentümer eines Grundstückes, das gegen Ihren Willen bejagt wird? Sie können davon ausgehen, dass die Jagd auf Ihrem Grund und Boden ausgeübt wird, sofern Ihre Wiese, Ihr Feld oder Waldgrundstück außerhalb der Ortschaft liegen und nicht befriedet sind. Sie sind dann zwangsweise Mitglied in einer so genannten Jagdgenossenschaft und müssen dulden, dass bewaffnete Jäger Ihr Grundstück betreten, dort Schießtürme errichten, Fallen aufstellen, Futterstellen anlegen, Gesellschaftsjagden abhalten und Wildtiere sowie Katzen und Hunde töten.

Zwangsbejagung verstößt gegen Menschenrechte

All dies müssen Sie nicht mehr länger dulden: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 26.06.2012 entschieden, dass die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gegen die Menschenrechte verstößt, sofern der Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt.
Es ist nicht mit dem in der Menschenrechtskonvention garantierten Schutz des Eigentums zu vereinbaren, wenn Grundstückseigentümer zwangsweise Mitglied in einer Jagdgenossenschaft sind und damit die Jagd auf ihrem Grund und Boden gegen ihren Willen dulden müssen.
Lesen Sie das Urteil in deutscher Übersetzung

Aufgrund des Urteils des höchsten europäischen Gerichts wurde die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, ihre Jagdgesetzgebung entsprechend zu ändern. Am 6.12.2013 ist das »Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften« in Kraft getreten. Sie können bei der unteren Jagdbehörde einen Antrag stellen, dass Ihr Grundstück jagdrechtlich befriedet wird.

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Antrag auf Jagdverbot im Landkreis Oldenburg

„Wir leiden darunter, dass auf unserem Grundstück Tiere gejagt und getötet werden“

Susann Brinkmann besitzt ein 86.500 Quadratmeter großes Hofgrundstück in Groß Ippener im Landkreis Oldenburg (Niedersachsen). Ihr Hof liegt außerhalb der geschlossenen Ortschaft - damit gehört das Grundstück automatisch zu einer Jagdgenossenschaft. „Seit sehr langer Zeit schon leiden wir unter der Tatsache, dass auf unserem Grundstück Tiere bejagt und getötet werden“, so Susann Brinkmann. Die Grundstückseigentümerin hat darum einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt.
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Erfolg vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg:

Bereits seit 2015 sind etwa 5 Hektar Fläche des Ulmenhofs - ein Tierheim mit Gnadenhof - im Landkreis Aurich (Ostfriesland) offiziell jagdfrei. 2017 hat der Landkreis Aurich hat zwei weitere Grundstücke, die der Ulmenhof erworben hat, jagdrechtlich befriedet. Doch der betroffene Jagdpächter verklagte den Landkreis auf Rücknahme der Befriedung der beiden Grundstücke. Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat in seinem Urteil vom 22.10.2018 die Klage des Jägers abgewiesen: Der Ulmenhof bleibt auf allen Flächen jagdfrei!
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Grundstückseigentümern will "Wald ohne Mord"

Priska Janssens besitzt einen kleinen Wald von 0,8 Hektar im Münsterland. Die Grundstückseigentümerin lehnt das Töten von Tieren aus ethischen Gründen ab - bereits seit über 40 Jahren isst sie keine Tiere mehr. Darum will sie auch, dass ihr Wald ein »Wald ohne Mord« ist. Priska Janssens wandte sich an die Initiative »Zwangsbejagung ade« und stellte - mit entsprechenden Informationen versorgt - im September 2018 einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung bei der Unteren Jagdbehörde des Kreises Warendorf. weiterlesen

Eulhof offiziell jagdfrei

Der Eulhof - Lebenshof im Mainhardter Wald e.V. - in Baden Württemberg ist endlich offiziell jagdfrei! Die Grundstückseigentümer brauchten einen langen Atem: Ganze 6 Jahre mussten die Betreiber des Lebenshofs, Birgit Poller und Wolfgang Spitzlay, dafür kämpfen, bis die Jagd auf ihrem Grundstück endlich verboten wurde.


Bereits 2012, gleich nach dem bahnbrechenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gegen die Zwangsbejagung, stellten die Tierfreunde bei der zuständigen unteren Jagdbehörde beim Landratsamt den Antrag auf jagdrechtliche Befriedung.

Doch trotz des eindeutiger Entscheidung des höchsten europäischen Gerichts mussten die Grundstückseigentümer das Verwaltungsgericht Stuttgart anrufen, um endlich Recht zu erhalten. Mit Erfolg: Am 8.5.2018 entschied das Verwaltungsgericht, dass alle Flurstücke (knapp 3 Hektar) vollständig und ohne Einschränkung jagdrechtlich befriedet werden. Das unterlegene Landratsamt muss die Kosten des Verfahrens tragen. weiterlesen


Hessen: Antrag auf Jagdverbot im Main-Kinzig-Kreis

Lisa und Motohisa Watanabe besitzen ein Grundstück in Mittelgründau im Main-Kinzig-Kreis (Hessen), auf dem sie einen Permakultur-Waldgarten mit Biotopen für Flora und Fauna errichten. »Durch die Wiedererschaffung eines weitgehend natürlichen Lebensraumes für Pflanzen und Tiere sowie einer selbstverantwortlichen ökologischen Lebensmittelversorgung wollen wir unseren Beitrag für die Nachhaltigkeit leisten«, erklären die Tier- und Naturfreunde. Das Ehepaar hat am 28.12.2017 das Jagdverbot auf ihrem Grundstück aus ethischen Gründen beantragt. Die Tierfreunde sind davon überzeugt, dass Tiere wie wir Menschen ein Recht auf Leben haben. Sie ernähren sich daher ausschließlich vegan. weiterlesen

Österreich: Grundstückseigentümer klagen vor EGMR

Immer mehr Grundeigentümer in Österreich können es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass Jäger auf ihren Grundstücken Tiere tot schießen. Einige dieser Grundstücksbesitzer klagten bis zum Österreichischen Verfassungsgerichtshof (VfGH) und beriefen sich auf die Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EMGR) gegen die Zwangsbejagung. Nachdem der Österreichische Verfassungsgerichtshof Ende Oktober 2017 die Klage abgewiesen hatte, legten zwei Grundstückseigentümer nun Beschwerde vor dem höchsten europäischen Gericht ein.

Das Ehepaar Wallner aus Emmersdorf in Niederösterreich hat zusammen mit einem weiteren Grundstückseigentümer den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte angerufen, weil sie die Jagd, die auf ihrem Grundstück ausgeübt wird, nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können. weiterlesen

Bio-Hof mit 11 Hektar im Nordschwarzwald jagdfrei

Familie Krauß betreibt den Buderhof, einen kleinen landwirtschaftlichen Bioland-Betrieb ohne Nutztierhaltung mit dem Schwerpunkt Getreide- und Kartoffelanbau im Nordschwarzwald. Die Tier- und Naturfreunde können die Jagd auf ihren landwirtschaftlichen Flächen nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren.
2012, gleich nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gegen die Zwangsbejagung, stellten die Bio-Landwirte für ihre vier landwirtschaftlichen Flächen einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung. 2013 genehmigte das Landratsamt Calw den Antrag.
2017 konnte die Familie Krauß weitere Flächen erwerben. Der Antrag auf jagdrechtliche Befriedung hatte Erfolg: »Mit Bescheid vom 23.03.2018 wurden 8,6 Hektar landwirtschaftliche Flächen offiziell jagdfrei gestellt«, berichtet Thomas Krauß. »Insgesamt sind damit 11,2 Hektar befriedet.« weiterlesen

Kreis Aurich: Antrag jagdrechtliche Befriedung

Insa Uphoff besitzt 9 Hektar zusammenliegende Ländereien sowie 2 Hektar Stückländereien, alles Grünland, im Landkreis Aurich (Niedersachsen). »Meine Ländereien sollen Rückzugsgebiete für die letzten Hasen, Fasane usw. sein, ein kleines Gebiet, wo sie keine Angst mehr vor Menschen haben müssen«, erklärt die ehemalige Bäuerin. Doch es steht ein Hochsitz am Grundstücksrand. weiterlesen

Gericht verweist Jäger der Arche Lütz

Das Verwaltungsgericht Köln gibt dem Biologen Dr. Til Macke - Enkel des berühmten Malers August Macke - nach seiner Klage recht: Jäger dürfen auf dem Grundstück nicht mehr jagen. Dies berichtet der Generalanzeiger am 17.2.2018.

1989 hatte der Biologe die ehemalige Tongrube erworben, um eine Oase für die Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen. Weil die Jäger nicht einsehen wollten, dass sie in dem privaten Naturschutzgebiet nicht mehr jagen sollten stellte Dr. Macke 1992 erstmals einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung seines privaten Naturschutzgebiets. Weitere Anträge folgten 2003, 2012 und 2013 - sie wurden alle abgelehnt.
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Gegen seinen ausdrücklichen Willen musste der Tier- und Naturschützer die Jagd auf seinem Grundstück weiter hinnehmen: „Sie haben zwar in der Regel vorher angerufen. Dann sind sie aber über Schleichwege auf mein Grundstück gekommen und haben mit Hunden die Enten bejagt“, berichtet Dr. Macke gegenüber dem Generalanzeiger. Weil Enten waidgerecht nur im Fliegen erschossen werden dürfen, seien die Schrotkugeln dabei schon mal auf den Scheiben des Nachbarhauses gelandet. Und für die Enten sei es ein qualvoller Tod gewesen. Auch einen Fuchsbau hätten die Jäger ausgegraben und die Tiere dann wohl erschlagen. „Für mich ist das reine Tötungslust gewesen“, zitiert die Zeitung den Biologen. Wenn die Eindringlinge auf seinem Grundstück gewesen wären, hätten sich zudem dort für längere Zeit keine Enten und Reiher mehr blicken lassen.

Vom Verwaltungsgericht Köln erhielt der Natur- und Tierfreund nach 23 Jahren endlich Recht: Seit dem 1.4.2017 darf in dem privaten Naturschutzgebiet nicht mehr gejagt werden.
Im Oktober 2017 wurde das private Naturschutzgebiet in eine Stiftung umgewandelt: die Macke-Stiftung Arche Lütz, unter dem Dach der Nabu-Stiftung Naturerbe NRW. Das Schutzgebiet umfasst rund 5,4 Hektar Fläche.


Immer mehr jagdfreie Grundstücke

Von Bayern bis Schleswig-Holstein: In Deutschland gibt es immer mehr jagdfreie Grundstücke!

Allein in
Bayern sind inzwischen 60 Grundstücke offiziell jagdfrei. Insgesamt gibt es in Bayern bislang 102 Anträge auf jagdrechtliche Befriedung. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 waren bereits Anfang 2013 die ersten Grundstücke in Bayern durch einen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs jagdfrei gestellt worden. Auch in Baden-Württemberg wurden durch Gerichtsbeschluss schon 2013 die ersten Grundstücke jagdrechtlich befriedet - zunächst verläufig.
Seit 2014 sind in auch in
Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein etliche Hektar Wiesen, Wälder und Felder offiziell jagdfrei. 2015 wurden die erste Grundstück in Hessen und Sachsen-Anhalt jagdfrei. In Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Grundstück seit 1.4.2016 offiziell von der Jagdbehörde befriedet worden. Im Saarland, in Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Hamburg haben Grundstückseigentümer Anträge auf jagdrechtliche Befriedung gestellt.
2018 werden mit Beginn des neuen Jagdjahres 2018/19 wieder weitere Grundstücke von den Behörden befriedet.

Diese jagdfreien Grundstücke bieten wertvolle Schutzgebiete für Natur und Tiere. Bundesweit haben Hunderte Grundeigentümer einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt.

Lesen Sie unsere Übersicht jagdfreier Grundstücke in Deutschland

Sind auch Sie Eigentümer eines Grundstücks und wollen die Jagd auf Ihrem Grund und Boden nicht länger dulden?
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Helfen Sie mit!

Wollen Sie die Bürgerbewegung Zwangsbejagung ade und damit betroffene Grundstückseigentümer, welche die Jagd auf ihren Flächen nicht länger dulden wollen, unterstützen?
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Sehenswerter TV-Talk über den Sinn der Jagd:

Am 30.1.2018 fand eine aufschlussreiche Jagd-Diskussion im OE24 TV mit dem Titel „Die Jagd – hat die blutige Tradition Berechtigung?“ statt.

Folgende Themen wurden teils emotional diskutiert:
- Soll die Jagd abgeschafft werden?
- Sind Jäger Tierquäler?
- Ist die Jagd ein Hobby für die High Society auf Kosten unschuldiger Tiere?
- Werden Tiere unnötig vermenschlicht von den Tierschützern?
- Geht es Tierschützern eigentlich wirklich um die Tiere oder sind das in Wahrheit nur „troublemaker“?

Teilgenommen haben ein leidenschaftlicher Jäger, ein Jagdsachverständiger und ehemaliger Rechtsanwalt, Prof. Klaus Hackländer vom Institut für Jagdwirtschaft, Felix Hnat von der Veganen Gesellschaft, Sebastian Bohrn-Mena, Tierschutzsprecher der Liste Pilz und Dr. Christian Nittmann, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd Österreich.

Die spannende Sendung kann hier angesehen werden



WDR: Keine Jagd auf meinem Grundstück!

WDR 5 sendete am 30.01.2018 eine Reportage zum Thema "Zwangsbejagung ade".
"Eigentümer von Wiesen, Feldern oder Waldgrundstücken müssen dulden, dass auf ihrem Grund und Boden gejagt wird. Dies dient der Regulierung des Wildbestandes, so die Befürworter. Gegner wehren sich gegen diese Zwangsbejagung."
In der Reportage wird kommt der Biologe Dr. Tilmann Macke - Enkel des berühmten Malers August Macke - zu Wort. Er hat ein privates Naturschutzgebiet, die Arche Lütz, angelegt, das nach einem 23 Jahre dauernden Kampf endlich jagdfrei ist.

Dr. Tilmann Macke stellte bereits 1992 erstmals einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung seines privaten Naturschutzgebiet ist nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln. Weitere Anträge folgten 2003, 2012 und 2013 - sie wurden alle abgelehnt. Vom Verwaltungsgericht Köln erhielt der Natur- und Tierfreund schließlich Recht: Das Grundstück muss zum befriedeten Bezirk erklärt werden.
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Auszüge aus der WDR-Reportage von Karin Lamsfuß:

"Tilman Macke hat dieses vier Hektar große Gelände vor 17 Jahren gekauft. Er ist Biologe, Naturschützer und Enkel von August Macke. Das Paradies, das er "Arche Lütz" nach dem gleichnamigen Bach taufte, beglückte ihn Tag für Tag. Bis die Jäger eindrangen. (...)
Hinter dem gegenüberliegenden Ufer zeigt er den Fuchsbau, in dem die Füchsin ihre Jungen versteckte: "Da haben sie mir nen Fuchsbau einfach ausgegraben und die Füchse wahrscheinlich alle totgeschlagen, das ist so widerwärtig, für mich ist das reine Tötungslust gewesen."
Tilman Macke zog vors Verwaltungsgericht und stellte einen Antrag auf Befriedung. (...)
Einen ganzen Ordner füllt der Rechtsstreit, der ihn einige Tausend Euro gekostet hat. (...)
Er gewann der Rechtsstreit. Heute ist das Gelände befriedet. Die Arche Lütz ist als privates Naturschutzgebiet einer der ganz wenigen Orte in Deutschland, wo Tiere den Menschen nicht zum Feind haben.“
Reportage hier anhören
Bericht beim Deutschlandfunk nachlesen


BR: Keine Jagd auf meinem Grundstück!

Bayerisches Fernsehen: Wenn Grundstücksbesitzer die Jagd verbieten wollen
Sendung "Unser Land" von Fr., 22.12.2017, 19:00

Sehen Sie die Sendung online in der BR-Mediathek

Grundstückseigentümer aus Niederbayern klagen über zu hohe Kosten für die jagdrechtliche Befriedung ihrer privaten Grundstücke: Über 1.000 Euro stellten die Behörden in Rechnung. Dabei hatte Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am 26.06.2012 entschieden, dass es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn Grundeigentümer die Jagd auf ihrem Grund und Boden gegen ihren Willen dulden müssen, obwohl sie die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen.

In anderen Landkreisen Bayerns stellten die Behörden die Befriedung privater Grundstücke dagegen nur 150 bis 500 Euro in Rechnung. Auch in anderen Bundesländern sind die Kosten zum Teil deutlich niedriger.


Raphaela Maier lehnt die Jagd aus ethischen Gründen ab. Sie kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass Jäger auf ihrem Grundstück Tiere tot schießen. Darum stellte die Tierfreundin bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde des Landkreises Rottal-Inn einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen.
Die untere Jagdbehörde gab dem Antrag auf Befriedung schließlich statt, schickte aber eine Kostenrechnung über 1000 Euro, welche die Tier- und Naturschützerin bis 18.06.2015 bezahlen sollte. Raffaela Maier war entsetzt über die hohen Kosten und schrieb das Landratsamt an, dass dies eine völlig überhöhte Forderung für ethische Gründe sei.

Raffaela Maier setze sich mit weiteren betroffenen Grundstückseigentümern in Verbindung, welche ebenfalls über zu hohe Kostenbescheide klagten, und wandte sich an die Presse, Rundfunk und Fernsehen.
"Die Androhung hoher Kosten soll die Leute davon abhalten, aus der Jagdgenossenschaft auszutreten. Der Gebührenrahmen ist völlig willkürlich festgelegt worden", so eine betroffenen Grundstückseigentümerinnen.

In anderen Landkreisen Bayerns stellten die Behörden die Befriedung privater Grundstücke dagegen nur 150 bis 500 Euro in Rechnung.

In anderen Bundesländern zum Teil deutlich niedrigere Kosten

Die Kosten sind von Behörde zu Behörde und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
In Nordrhein-Westfalen musste ein Grundeigentümer beispielsweise nur 115,- Euro für die jagdrechtliche Befriedung zahlen.
Gemäß § 2, 1 des Gebührengesetzes Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit § 1 der Allg. Verwaltungsgebührenordnung ist nach Tarifstelle 8.3.3.7 des Allgemeinen Gebührentarifs für die Erklärung von Grundflächen zu befriedeten Bezirken aus ethischen Gründen eine Gebühr je nach Zeitaufwand zu erheben, jedoch in Abhängigkeit von der Grundfläche höchstens
- 200 Euro bis zu einer Flächengröße von 2,0 ha
- höchstens 600 Euro bei einer Flächengröße über 2,0 ha bis zu 10,0 ha
- höchstens 1.000 Euro bei einer Flächengröße über 10,0 ha.

In Niedersachsen wurden betroffenen Grundstückseigentümern für die Bearbeitung des Antrags auf jagdrechtliche Befriedung zunächst eine Verwaltungsgebühr in Höhe bis zu 2.000 Euro angekündigt. Weil aber einige Grundstückseigentümer nicht locker ließen und sich wegen der hohen Kosten an Presse, Fernsehen und den zuständigen Minister wandten, wurden die Gebühren Mitte 2016 korrigiert würden. Die Niedersächsische Gebührenordnung sieht jetzt einen Kostenrahmen von 200 bis 700 Euro für die Befriedung von Grundflächen vor.


Kreis Gütersloh: Vier jagdfreie Grundstücke

Im Kreis Güterloh sind inzwischen vier Grundstücke jagdrechtlich befriedet. „Seit mittlerweile vier Jahren können Eigentümer von Wäldern und Äckern beantragen, dass auf ihrer Fläche nicht mehr gejagt wird“, berichtet Die Glocke am 1.11.2017. Im Kreis Gütersloh seien seither fünf Anträge eingegangen. Vier hat die Untere Jagdbehörde genehmigt, einer ruht.
In Nordrhein-Westfalen sind bereits eine ganze Reihe von Grundstücken offiziell jagrechtlich befriedet. Lesen Sie unsere Übersicht

Österreich: Jagdzwang besteht weiter

Vier Grundeigentümer aus Niederösterreich können es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass Jäger auf ihren Grundflächen Jagd auf Tiere machen. Sie berufen sich auf die Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und klagten bis zum Österreichischen Verfassungsgerichtshof. Am 27. Oktober 2017 gab das höchste österreichische Gericht seine Entscheidung bekannt: Grundeigentümer in Niederösterreich müssen die Bejagung ihrer Flächen und die verpflichtende Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft dulden. (VfGH, Urteil vom 10.10.2017, E 2446/2015 ua)
Nun wollen die betroffenen Grundeigentümer den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anrufen. Dieser war bereits 2012 im Falle eines deutschen Grundeigentümers, 2007 im Falle einer luxemburgischen Grundeigentümern und 1999 im Falle französischer Kläger zu dem Urteil gekommen: Es ist nicht mit dem in der Menschenrechtskonvention garantierten Schutz des Eigentums zu vereinbaren, wenn Grundstückseigentümer, welche die Jagd nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, zwangsweise Mitglied in Jagdgenossenschaften sind und damit die Jagd auf ihrem Eigentum dulden müssen.
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Grundstücke in Niederbayern ab sofort jagdfrei

Insgesamt 2,7 Hektar mit Wiesen, Hecken und Wald in Niederbayern nahe der Donau sind ab sofort jagdfrei. Seit dem Erwerb des Grundstückes vor etwa zehn Jahren hat das Ehepaar gemeinsam auf den Flächen Feucht- und Trockenbiotope erhalten oder renaturiert, um das Leben von Pflanzen und Wildtieren schützen. Nach mehreren Tötungen von Rehen und Hasen unmittelbar vor der Terrasse stellten sie den Antrag auf jagdrechtliche Befriedung an die Untere Jagdbehörde des zuständigen Landratsamts, weil sie es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, dass Jäger auf ihrem Grundstück Tiere tot schießen.
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Bild: Von der Terrasse aus hat das Ehepaar dieses Reh auf seinem Grundstück fotografiert

Bayern: 27 Hektar im Landkreis Rottal-Inn jagdfrei

Der Kreis Rottal-Inn hat 27 Hektar Grundstück des Ehepaars Erbertseder aus Bayersbach offiziell jagdrechtlich befriedet. Josef und Marianne Erbertseder haben auf ihrem landwirtschaftlichen Grund auf rund vier Hektar unberührte Schutzzonen für Wildtiere geschaffen. Auf den Wiesen und Bracheflächen finden Feldhasen, Rehe, Füchse sowie viele Vögel einen ungestörten Lebensraum.

Josef Erbertseder war früher selbst Jäger und Jagdvorstand. Ein jahrelanger Prozess, der von mehreren Vorfällen geprägt war, führte zu einem Sinneswandel.
Anfang 2017 mussten Josef und Marianne Erbertseder eine Fuchsjagd direkt vor ihrem Haus und auf ihrem eigenen Grundstück miterleben. Daraufhin stellte das Ehepaar am 10. Januar 2017 einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Grundflächen, weil sie die Jagd nicht mit ihrem Gewissen und ihrer ethischen Überzeugung vereinbaren können. Lesen Sie den ausführlichen Bericht


Zwei weitere jagdfreie Grundstücke für Ulmenhof

Der Landkreis Aurich (Ostfriesland) hat zwei weitere Grundstücke, die der Ulmenhof – ein Tierheim mit Gnadenhof - erworben hat, ab 2017 jagdrechtlich befriedet. Bereits seit 1.4.2015 sind etwa 5 Hektar Fläche des Ulmenhofs in Uttum offiziell jagdfrei.
Bei den neuen Befriedungen handelt es sich um einen in Deutschland wohl einzigartigen Vorgang, da diese Grundstücke einzig zum Zweck der jagdrechtlichen Befriedung erworben wurden. Trotz der Versuche von Jägerseite, die Befriedung mit allen Mitteln zu verhindern, liegt der Bescheid seit Ende 2016 vor. Welch ein Erfolg für die Tiere! weiterlesen

Bayern: 1,3 Hektar im Kreis Lindau jagdfrei

Ein Grundstück im bayerischen Allgäu (Landkreis Lindau) wird zum Ende des Jagdpachtvertrags am 1.4.2018 offiziell von der Jagd freigestellt. »Wir freuen uns für die bei uns lebenden Tiere, die immer gerne hier sind«, so Petra und Jürgen Kraft. »Es handelt sich zwar nur um ein kleines Grundstück mit Wald, Büschen und Wiese auf knapp 1,3 Hektar, aber ein Anfang in unserer Region ist gemacht.« weiterlesen

Österreich: Klage vor dem Europäischen Gerichtshof

Ein Tierfreund und Veganer will in seinem Wald in Kärnten die Jagd aus ethischen Gründen verbieten. Der Jurist beruft sich auf sein Eigentumsrecht sowie seine Ablehnung der Jagd aus ethischen Gründen. Ende Januar 2017 reichte der Grundstückseigentümer Beschwerde gegen die Zwangsbejagung beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein.

Christian Aichinger, ein Rechtsanwalt aus Wien, besitzt etwa sechs Hektar Wald in Kärnten (Bezirk Spittal), in dem er die Jagd aus ethischen Gründen nicht länger dulden will. "Ich lebe vegan und möchte aus ethischen Gründen die Jagd in meinem Wald verbieten. Ich bin nicht damit einverstanden, dass auf meinem 6,5 Hektar großen Grundstück (das entspricht etwa der Fläche von sechs Fußballfeldern) in Kärnten Rehe und andere Tiere abgeschossen werden. Die Jäger schießen unerlaubt", sagte der Jurist aus Wien der Zeitschrift "Die ganze Woche"(Nr. 15/2017).

"Die Jagd ist grausam und führt nur zur Ausdünnung und Ausrottung von Tierarten. Oft werden die Tiere auch nur angeschossen. Das ist Tierquälerei. Denn die Nachsuche dauert, sofern sie überhaupt erfolgt, oft Stunden und Tage.“ Im Vorjahr habe er in seinem Wald ein angeschossenes Reh entdeckt, dessen Eingeweide bereits herausgetreten waren, aber es lebte noch. „Ich habe dann sofort einen Jäger angerufen, damit er das Tier von dessen Leiden erlöst. Das war einfach grausam mitanzusehen. … Das alles passierte auf meinem Grundstück und ich kann nichts dagegen unternehmen."

Bereits 2014 hat der 35jährige einen Antrag auf Jagdfreistellung für sein Waldgrundstück im Bezirk Spittal an der Drau gestellt und zog über mehrere Instanzen bis vor den Verfassungsgerichtshof. Doch das höchste Österreichische Gericht lehnte den Antrag auf Jagdfreistellung im Okotober 2016 ab. Deshalb reichte Christian Aichinger Ende Januar 2017 reichte der Grundstückseigentümer Beschwerde gegen die Zwangsbejagung beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein.

„Der Gerichtshof hat bereits in drei Entscheidungen - betreffend Luxemburg, Frankreich und Deutschland - ausgesprochen, dass die Zwangsbejagung von Grundstücken der Freiheit des Eigentums, wie sie in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert ist, widerspricht", so der Jurist in der der Zeitschrift "Die ganze Woche".
"Jäger schießen unerlaubt in meinem Wald". In: "Die ganze Woche" Nr. 15/2017, 12.04.2017, Seite 21

Weitere Informationen


Ab 1.4.17: 8 Hektar im Kreis Widmund jagdfrei

Elektro-Meister Ede Rieken ist Eigentümer eines Grundstücks im Landkreis Wittmund im Nordwesten von Niedersachsen. Ab 1.4.2017 ist sein Grundstück offiziell jagdrechtlich befriedet. Kosten: 450,- Euro.
»Gut 8 Hektar landwirtschaftliche Fläche steht jetzt uneingeschränkt auch den frei lebenden Tieren zur Verfügung«, freut sich der Naturfreund.

Am 5.1.2015 hatte Ede Rieken die Befriedung seines Grundstücks beantragt. In dem Antrag legte er die ethischen Gründe für die Befriedung seiner Grundflächen dar: Er lehne es ab, dass die wildlebenden Tiere durch seine Duldung von den Jägern im Rahmen der Jagdausübung erlegt werden. Dies könne er mit seinem Gewissen nicht länger vereinbaren. Die Grundstücke vor allem in Waldnähe halte er bewusst als Mähwiesen, um den Wildtieren die Futtersuche zu vereinfachen. Wenn dann die Jäger auf genau diesen Feldern Tiere erlegen, sei das für ihn nicht hinnehmbar. Schon als Kind hätte er mit ansehen müssen, wie ein Reh direkt am Haus von einem Jäger getötet wurde. Noch heute hätte er vor Augen, wie der Jäger dem Reh einen Tannenzweig in das Maul steckte. Dieses Ereignis präge ihn bis heute. weiterlesen

7 Hektar im Landkreis Uelzen jagdfrei

Auf einem sieben Hektar großen Grundstück in der Gemeinde Altenmedingen (Landkreis Uelzen in Niedersachsen) wird es zukünftig keine Jagd mehr geben. Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat am 8.3.2017 einer Grundeigentümerin Recht gegeben. (Urteil vom 8.03.2017, Az. - 5 A 231/16 -)

Die Grundeigentümerin hatte 2013 einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung gestellt, weil sie die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt. »Ich töte keine Tiere und möchte auch nicht sehen, dass auf meinem Grundstück Tiere getötet werden«, erklärt sie. Die Vegetarierin gibt Katzen, Hunden, Pferden und einem Esel ein Gnadenbrot auf ihrem Hof.
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NRW: 32 Hektar im Kreis Warendorf jagdfrei

Verwaltungsgericht Münster: Die 32 Hektar Acker und Grünland eines Landwirts aus Beckum in Nordrhein-Westfalen müssen ab 1.4.2017 jagdrechtlich befriedet werden.

Der Landwirt hatte bei der Unteren Jagdbehörde des Kreises Warendorf beantragt, dass seine landwirtschaftlichen Flächen jagdrechtlich befriedet werden, weil er die Jagd auf seinem Eigentum nicht mit seinem Gewissen vereinbaren könne.
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4 Hektar im Landkreis Lüneburg jagdfrei

Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat der Klage einer Jagdgegnerin entsprochen und ihr knapp 4 Hektar großes Stück Land mit einem 5000 Quadratmeter großem Teich zu einem jagrechtlich befriedeten Bezirk erklärt.

Die 61-jährige Grundstückseigentümerin aus dem Landkreis Lüneburg in Niedersachsen hatte im Januar 2015 bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde die jagdrechtliche Befriedung ihrer Grundstücke beantragt. Sie erläuterte, dass sie als überzeugte Vegetarierin das Töten von Tieren grundsätzlich ablehne.
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Hessen: Antrag auf Jagdverbot in Burg-Gräfenrode

Jörg Kötter will auf seinem 2400 Quadratmeter großen Grundstück mit Streuobstwiese im hessischen Burg-Gräfenrode die Jagd untersagen lassen. Anfang Januar 2017 stellte er bei der Unteren Jagdbehörde in Büdingen (Wetteraukreis) auf jagdrechtliche Befriedung.

Seine Motivation: Er möchte Tieren Leid ersparen. Jörg Kötter lebt konsequenterweise seit zwei Jahren vegan. Sein Grundstück solle Ort sein, an dem Tiere keine Angst haben müssen, der Jagd zum Opfer zu fallen.

Quellen: Schluss mit Jagdgenossenschaft: Karbener will das Töten verbieten. Frankfurter Neue Presse, 10.1.2017
Jagdverbot: Jäger suchen das Gespräch. Frankfurter Neue Presse, 7.2.2017

Landkreis Uelzen: Keine Jagd auf meinem Grundstück

Ein Grundeigentümer aus dem Landkreis Uelzen klagt vor dem Landgericht Lüneburg für die jagdrechtliche Befriedung seiner Flächen. Dies berichtet die Allgemeine Zeitung am 27.1.2017 unter der Überschrift „Gewissensprüfung für Jagdgegner“. Offenbar hatte der Landkreis die ethischen Gründe des Grundstückseigentümers für nicht zutreffend erachtetet.

Wenige Tage zuvor hatte bereits eine Grundstückseigentümerin vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg ein Urteil gegen die Zwangsbejagung erstritten: Der Landkreis Lüneburg muss ihre knapp vier Hektar Wald und Wiesen in der Nähe von Thomasburg zum befriedeten Bezirk erklären. Das verkündetemehr als zweistündiger Verhandlung die fünfte Kammer des Verwaltungsgerichts Lüneburg. "Im Gegensatz zur unteren Jagdbehörde des Kreises sah das Gericht keine ausreichenden Gründe, den Anfang 2015 gestellten Antrag der Klägerin auf „Befriedung aus ethischen Gründen“ (§ 6 a Bundesjagdgesetz) abzulehnen", so die
Landeszeitung am 24.1.2017.

Jäger müssen draußen bleiben (ORF, 28.9.2015)


ZDF planet e: Jäger in der Falle


ZDF-Doku löst Debatte über die Jagd aus

Das ZDF nimmt auf seiner Homepage zum Protest von Jägern gegen die ZDF-Dokumentation "Jäger in der Falle" Stellung:

Der Film thematisiert auch ein aktuelles Urteil des europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, das das Reviersystem der Jäger in Frage stellt: Durch das Urteil müssen private Grundstückbesitzer nicht mehr wie bisher Jäger auf ihrem Land zwangsweise dulden. Vielmehr kann jetzt ein Jagdverbot erwirkt werden, wenn die Gründe dafür gegenüber der zuständigen Jagdbehörde glaubhaft dargelegt werden können.
Der Deutsche Jagdverband hat die Jäger im Internet dazu aufgerufen, sich beim ZDF-Fernsehrat über die Sendung zu beschweren. Tierschützer dagegen fordern wiederum ihre Mitstreiter im Netz auf, wegen der Kampagne gegen die planet e.-Dokumentation an den deutschen Jagdverband zu schreiben. Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion, die für die planet e.-Filme verantwortlich ist, sieht die Reaktionen auf die Sendung positiv: "Offenbar hat der Film eine längst überfällige gesellschaftliche Debatte angestoßen."
Lesen Sie die komplette Stellungnahme des ZDF


ZDF-Dokumentation: Jäger in der Falle

planet e. "Jäger in der Falle", Sendung vom 19.01.2014
"Es war ein Warnschuss für die Jägergilde und könnte der Anfang vom Ende der traditionellen Jägerei in Deutschland sein. Seitdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg vor eineinhalb Jahren den deutschen Grundstückseigentümern das Recht zugesprochen hat, die Jagd aus Gewissensgründen auf eigenem Grund und Boden zu verbieten, ist nichts mehr wie es war. Jagdkritiker wollen den Abschuss von Wildtieren in Deutschlands Wäldern deutlich einschränken. Manche gehen sogar noch weiter und fordern ein Ende der Jagd.
Peter Wohlleben ist Jäger und stellt sich gegen seine eigene Zunft. Als Gemeindeförster will er am liebsten die Jagd auf Wild in "seinem" Wald in der Eifel und in der ganzen Republik verbieten lassen. "Fast alle Waidmänner jagen doch nur aus der Lust am Töten und kommen ihrer eigentlichen Aufgabe, Wildschäden zu verhindern und die Bestände zu regulieren, überhaupt nicht nach", meint er. (...) Doch es geht auch ganz ohne Jagd, wie das Beispiel Genf zeigt. Dort haben die Behörden vor 40 Jahren die Jagd abgeschafft. Viele Tierarten, die schon fast ausgerottet waren, sind seitdem zurückgekehrt." (ZDF-Sender-Info)

40 Jahre Jagdverbot im Kanton Genf/Schweiz

Im Schweizer Kanton Genf entschied die Bevölkerung 1974 durch Volksabstimmung für ein allgemeines Jagdverbot auf Säugetiere und Vögel. Mit überaus positiven Auswirkungen für die Natur, Tiere und die Menschen: Noch nie war die Biodiversität größer – und die Wildtierbestände regulieren sich selbstständig erfolgreich. An den Ufern des Genfer Sees und der Rhône erhöhte sich die Zahl der überwinternden Wasservögel auf spektakuläre Weise. Vögel und die anderen Wildtiere verlieren immer mehr einen großen Teil der unnatürlichen Scheu, die durch die Jagd hervorgerufen wird. So werden wild lebende Tiere wieder erlebbar: Spaziergänger bekommen regelmäßig Wildtiere wie Feldhasen oder Rehe zu Gesicht.
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Gottlieb Dändliker, Wildinspektor im Kanton Genf, sagt: "Was uns die letzten 40 Jahre gezeigt haben. Die meisten Arten brauchen überhaupt keine Regulierung. In unseren Verhältnissen auf jeden Fall und es geht ihnen gut, wenn sie nicht gejagt werden und natürlich, wenn man zusätzlich auch Naturschutz treibt und die Habitate verbessert. Es gibt eine Ausnahme: Und das ist das Schwarzwild". Durch den hohen Jagddruck in den umliegenden Regionen suchen viele Wildschweine Schutz im geschützten Kanton Genf. Dem Problem wird mit sanften Mitteln begegnet: Elektrozäune sollen die Tiere fern halten. Der Abschuss durch Wildhüter ist nur als letztes Mittel zur Bestandsregulierung zulässig.
Sendung ansehen und weitere Informationen im online-Angebot von „planet e“


Prof. Dr. Reichholf: Jägerlatein und Wildbiologie


Prof. Dr. Josef H. Reichholf zum Thema «Jägerlatein und Wildbiologie», Vortragsabend vom 15. 10. 2013 an der Uni Basel:
"Ein Jagdverbot in Basel: wissenschaftlich möglich und praktisch bewiesen.
Warum es funktionieren kann. Die Theorie verständlich erklärt."


Bereits 1974 ist im Kanton Genf in der Schweiz ein vollständiges Jagdverbot in Kraft getreten. Seither wurden deutliche Veränderungen im Verhalten der Wildtiere festgestellt, die für alle Beteiligten (Tier, Pflanze und Mensch) eine Besserung gebracht haben: Die Wildtierbestände regulieren sich selbstständig erfolgreich, die Tiere verlieren einen großen Teil der unnatürlichen Scheu, die durch die Jagd hervorgerufen wird, und die Menschen erhalten ein verlorengegangenes Verständnis für die Natur und ihre Zusammenhänge zurück.

Lesen Sie dazu: www.jagdreguliertnicht.ch


Jagd reguliert nicht



Gottlieb Dandliker, Faunainspektor im Kanton Genf (Jagdverbot seit 1974), 15. 10. 2013 an der Uni Basel:
"Ein Jagdverbot in Basel: wissenschaftlich möglich und praktisch bewiesen"


100 Jahre Jagdverbot: Nationalpark Schweiz

Der Schweizerische Nationalpark feiert 2014 sein hundertjähriges Bestehen. Mit seiner Gründung am 1. August 1914 schufen die Pioniere eine einzigartige Wildnisoase. Hier sollte sich die Natur ohne das Dazutun des Menschen frei entwickeln können - und so war von Anfang an die Jagd verboten. Der Schweizerische Nationalpark ist somit ein erfolgreiches Modell für eine Natur ohne Jagd, das beweist: Ohne Jagd finden Tiere und Natur in ein Gleichgewicht.
Im ältesten Nationalpark Mitteleuropas wird dieses bemerkenswerte Naturexperiment seit hundert Jahren wissenschaftlich begleitet und dokumentiert. Im Schweizerischen Nationalpark können die Besucher Steinböcke, Gämsen, Hirsche, Rehe, Murmeltiere, Bartgeier und Steinadler beobachten. Dabei mussten Steinböcke und Bartgeier hier erst wiederangesiedelt werden. Die Rothirsche kamen von selbst zurück. Sie tragen zur Vermehrung des Waldes bei, weil sie Baumsamen verbreiten.
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Bürgerinitiative Zwangsbejagung ade

Wir sind Grundstückseigentümer aus ganz Deutschland, die ihren Wald, ihre Wiesen und Felder nicht bejagen lassen wollen. Wir führen entsprechende Musterverfahren und unterstützen Grundstückseigentümer mit unserem Fachwissen:

Bürgerinitiative Zwangsbejagung ade
E-Mail: info@zwangsbejagung-ade.de
www.zwangsbejagung-ade.de

Unterstützt wird dieses Vorhaben von der Initiative zur Abschaffung der Jagd und Wildtierschutz Deutschland e.V.:


Wildtierschutz Deutschland e.V.
Lovis Kauertz (Vorsitzender)
Am Goldberg 5, 55435 Gau-Algesheim
T. 0177 7230086
e-mail: wildtierschutz@gmail.com
www.wildtierschutz-deutschland.de

Initiative zur Abschaffung der Jagd
Kurt Eicher, Biologe, Studiendirektor
Derfflingerstr. 2
74080 Heilbronn
e-mail: info@zwangsbejagung-ade.de
www.zwangsbejagung-ade.de
www.abschaffung-der-jagd.ade


   

Helfen Sie mit!

Zwangsbejagung ade vertritt die Rechte von Grundstückseigentümern in der Öffentlichkeit und führt Musterprozesse.

Wollen Sie die Bürgerbewegung Zwangsbejagung ade und damit betroffene Grundstückseigentümer, welche die Jagd auf ihren Flächen nicht länger dulden wollen, unterstützen? Nur mit einem ausreichenden Spendenaufkommen können weitere Prozesse geführt werden!


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Spendenkonto:
Wildtierschutz Deutschland e.V.
IBAN: DE61430609676008639500
Verwendungszweck: Zwangsbejagung ade

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