Bürgerinitiative Zwangsbejagung ade

Presseecho

Antrag auf Befriedung sorgt für Streit

Die Passauer Neue Presse berichtet am 9.8.2015 von zwei Frauen aus Triftern und Zeilarn, welche nicht hinnehmen wollen, dass Jäger auf ihren Grundstücken Tiere tot schießen und deshalb einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung bei der gestellt haben. Die untere Jagdbehörde gab dem Antrag auf Befriedung statt, schickte aber eine Kostenrechnung über 1000 Euro.

"Die Androhung hoher Kosten soll die Leute davon abhalten, aus der Jagdgenossenschaft auszutreten. Der Gebührenrahmen ist völlig willkürlich festgelegt worden", zitiert die Passauer Neue Presse eine der betroffenen Grundstückseigentümerinnen und berichtet weiter: „Und auch Tierarzt Dr. Peter Zimmer aus Tann wehrt sich und. 1200 Euro sind ihm für seinen Antrag zur Befriedung in Rechnung gestellt worden. Dagegen hat er nun beim Bayerischen Verwaltungsgericht Regensburg Klage eingereicht.“

Jagdverbot: Landwirte verlangen einen Bescheid

Der Kurier berichtet am 2.8.2015 von zwei Landwirten aus dem Waldviertel, die wollen, dass auf ihrem Grundbesitz nicht gejagt wird. Sie lehnen den Umgang der Jäger mit Wildtieren ab und fühlen sich gefährdet. Bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Zwettl haben sie beantragt, ihr Eigentum, gemeinsam rund 70 Hektar, zum "jagdrechtlich befriedeten Bezirk" zu erklären.
Die Antragsteller verlangen einen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft, um Beschwerde einzulegen.
„Sie rechnen ohnehin damit, dass die nächste Instanz, das nö. Landesverwaltungsgericht, die Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof weiter leitet, der bereits einen solchen Fall aus Kärnten bearbeitet“, so der Kurier.
„Dass die Landwirte – wenn auch nach längerem Verfahren – mit einem Erfolg rechnen, liegt an einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte.“

Jagdverbot endlich genehmigt

"Jagdverbot endlich genehmigt - Tierschützer Jan Gerdes landet ersten Erfolg bei Jagdbehörde", titelt NWZ online am 6.11.2014 und schreibt: "Die fast zweijährigen Bemühungen von Jan Gerdes, aus ethischen Gründen ein Jagdverbot für seine Ländereien in Niens durchzusetzen, haben jetzt zu einem ersten Erfolg geführt."
Die Untere Jagdbehördes des Landkreises Wesermarsch hat ein rund elf Hektar großes Grundstück von Jan Gerdes, dem Betreiber des Lebenshofes und Kuhaltersheim Hof Butenland offiziell jagdrechtlich befriedet - rückwirkend zum 1.4.2014.

Lesen Sie mehr über das jagdfreie Grundstück von Hof Butenland

Tierschützer nehmen Österreichs Jäger ins Visier

„Gegen Zwangsbejagung: Tierschützer nehmen Österreichs Jäger ins Visier“, titelt Heute.at am 28.10.2014 und schreibt: „Der Verein gegen Tierfabriken kämpft nicht nur gegen grausame Bedingungen in Schlachthäusern, sondern auch gegen die in Österreich angeblich vorherrschende "totale Zwangsbejagung". Für einen Präzedenzfall soll ein Kärntner Grundbesitzer sorgen, der einen Antrag bei der Bezirkshauptmannschaft eingebracht hat, der Jagen auf seinem Grundstück verbieten soll.“
Der Gang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte stehe bevor, heißt es weiter.

Tierschützer gegen "Zwangsbejagung" in Österreich

„Tierschützer gegen "Zwangsbejagung" in Österreich“, so die Headline in DIE PRESSE vom 28.10.2014. Hier heißt es: „In Österreich sehe die Rechtsordnung eine "totale Zwangsbejagung" vor, in vielen anderen europäischen Ländern sei das nicht der Fall, argumentiert der VGT. In Frankreich, Luxemburg und zuletzt im Jahr 2012 in Deutschland sei ein Ende der Zwangsbejagung über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erstritten worden. Mit dieser Argumentation soll nun auch die geltende Rechtsordnung hierzulande gekippt werden.“

Tierschützer kämpfen gegen Jagdzwang

„Tierschützer kämpfen gegen Jagdzwang - Grundbesitzer beantragt Jagdverbot. VGT verweist auf europäische Rechtsprechung“, meldet der KURIER am 28.10.2014 und schreibt: „Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) will die generelle Bejagung der österreichischen Wälder und Flure kippen. Aus diesem Grund hat ein Grundbesitzer aus dem Bezirk Spittal in Kärnten am Dienstag bei der örtlichen Bezirkshauptmannschaft einen Antrag gestellt, seine Besitzungen "jagdfrei" zu stellen - insbesondere wolle er, dass keine Tiere mehr geschossen und alle jagdlichen Einrichtungen von seinem Grund entfernt werden. Damit soll ein österreichweiter Präzedenzfall geschaffen werden.“

Der Antrag werde derzeit geprüft: "Der Antrag wird jetzt geprüft, inhaltlich kann ich selbstverständlich nichts sagen, da es sich um ein laufenden Verfahren handelt", zitiert der KURIER Helmut Schell, den stellvertretenden Leiter der Bezirkshauptmannschaft Spittal auf Anfrage der Nachrichtenagentur APA. Man könne davon ausgehen, dass der Antrag alle Instanzen durchlaufen werde.

ZDF berichtet über jagdfreie Grundstücke

ZDF: Warum die Jagd polarisiert

"Die einen finden in ihr Glück und Zufriedenheit, die anderen sehen in ihr ein veraltetes barbarisches Treiben, für manche ist sie ein großer Beitrag zu Natur- und Landschaftspflege, für andere ein künstlicher und überflüssiger Eingriff in die Natur. Nur eines ist sicher: die Jagd polarisiert."
(ZDF "Sonntags", 19.10.2014, 9:00 Uhr)

Das ZDF berichtete auch über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und die Möglichkeit, private Grundstücke jagdrechtlich befrieden zu lassen.

ZDF: "Warum die Jagd polarisiert"

Video „Warum jagt der Mensch?“ - Jäger Florian Asche (Autor des Buches „Jagen, Sex und Tiere essen“) berichtet von der Lust bei der Jagd: "Das Triebmodell Erotik ist sehr ähnlich dem Triebmodell Jagd.«

Video „Neue Spielräume für Jagdgegner“: berichtet über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und die Möglichkeit, private Grundstücke jagdrechtlich befrieden zu lassen.

Video "Wenn die Jagd verboten ist": stellt das Modell Kanton Genf vor: Hier gibt es seit 1974 ein allgemeines Jagdverbot.

In der Sendung wurde auch Filmmaterial aus der ZDF-Dokumentation „Jäger in der Falle“ verwendet, die Anfang des Jahres die Jägerwelt erschütterte und zu Massenbeschwerden der Jäger führte. Lesen Sie dazu auch Sie die Antwort des ZDF-Intendanten Dr. Thomas Bellut.

ZDF planet e: Jäger in der Falle

Kreis Soest: 9 Anträge gegen Zwangsbejagung

Der unteren Jagdbehörde des Kreises Soest liegen 9 Anträge vor, in denen Eigentümer darum bitten, ihre Wiesen oder Felder als befriedete Gebiete auszuzeichnen. Dies berichtet der Soester Anzeiger am 19.5.2014.
Trotz des eindeutigen Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschrechte vom 26.6.2012 versucht die Jagdbehörde auf Zeit zu spielen: „Es gibt keine Fristen an die wir uns halten müssen und die nun folgende Prüfung ist umfangreich und es sollte nicht schnell entschieden werden“, zitiert die Zeitung einen Vertreter der Jagdbehörde.

Markdorfer verbietet Jagd auf seinem Grund

Das SWR-Fernsehen berichtet in der Landesschau am 7.5.2014 von einem Grundeigentümer aus Markdorf im Bodenseekreis, der die Jagd auf seinen Flächen verbieten will. Rudolf Moser musste erleben, wie Jäger auf seiner Obstwiese, auf der er ein Biotop angelegt hat, eine Treibjagd veranstalteten. So etwas will der Senior nicht wieder erleben müssen: Er hat einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung seines Grundstücks gestellt und beruft sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte von 2012.
Rudolf Moser berichtet in der SWR-Sendung, dass er als Junge mit einem Luftgewehr auf Vögel geschossen habe. Dabei verletzte er eine Amsel und nahm das Tier in die Hand: "Die Amsel hat gefiept und mich angeschaut. Sie ist dann in meinen Händen gestorben. Und da habe ich gewusst, was ich bislang getan habe. Und da hat die Schießerei für mich aufgehört."

Die Schwäbische berichtete am 24.04.2014, dass Rudolf Moser die Jagd grundsätzlich ablehne und nicht dulden will , dass Jäger auf seinem Grundstück Tiere schießen. Zudem befindet sich ein Storchennest auf seinem Grundstück. Die Storchenbeauftragte des Landes Baden-Württemberg empfehle, dass in einem Radius von 300 Metern um das Storchennest herum nicht geschossen werden sollte.

SWR-Sendung ansehen

28.4.14: Rote Stickel halten die Jäger fern

„Rote Stickel am Acker halten die Jäger fern“, titelt infranken.de am 28.4.2014 und berichtet, dass die rund 3,5 Hektar Acker von Stefan Körber bei Dettelbach und Kitzingen jetzt auch amtlich jagdrechtlich befriedet sind. „Einen Meter hohe, rot angemalte Stickel in der Flur machen es deutlich: Auf diesem Grundstück darf nicht gejagt werden“, so infranken.de

Der überzeugte Tierschützer und Veganer sagt: „Ich will nicht, dass auf meinen Grundstücken Tiere totgeschossen werden“. Landratsamt seinem Antrag auf das Ruhen der Jagd nicht stattgegeben hatte, musste Körber vor Gericht ziehen. Bereits am 5. März 2013 hatte das Bayerische Verwaltungsgericht Würzburg hatte in einem Eilverfahren entschieden, dass auf den beiden Grundstücken vorläufig nicht auf Wildtiere geschossen werden darf, bis die Neureglung des Bundesjagdgesetzes in Kraft tritt. Seit April 2014 sind die Grundstücke offiziell jagdrechtlich befriedet. Stefan Körber musste dafür 500 Euro als Verwaltungsgebühr das Landratsamt Kitzingen zahlen.

In Unterfranken seien zwei weitere Entscheidungen auf jagdrechtliche Befriedung in den Landkreisen Kitzingen und Bad Kissingen noch ausstehend.

"Herr Hölscher, was haben Sie gegen die Jagd?"

„Herr Hölscher, was haben Sie gegen die Jagd?“, überschreibt die Neue Osnabrücker Zeitung am 23.4.2014 ihr lesenswertes Interview mit dem Tier- und Naturfreund André Hölscher, dessen Grundstück im Münsterland seit 1.4.2014 offiziell jagdfrei ist.

"Ich lehne die Jagd aus moralischen und ethischen Gründen ab", erklärt André Hölscher. "Die Prämisse, dass der Mensch in die Natur eingreifen muss, halte ich für falsch. Dazu hat der Mensch nicht das Recht. Außerdem halte ich es für absurd, wenn 20 bewaffnete Männer mein Feld umstellen, um einen einzigen Fasan zu erschießen, der da hockt."
Lesen Sie das Interview

Lesen Sie mehr über den Hintergrund: Nordrhein-Westfalen: 10 Hektar jagdfrei!

WELT: Landbesitzer vertreibt Jäger

Unter der Überschrift "Landbesitzer vertreibt Jäger von seinem Grundstück" berichtet die WELT am 22.4.2014, dass auf den 10 Hektar Grundstück von André Hölscher im nordrhein-westfälischen Ladbergen seit 1.4.2014 nicht mehr gejagt werden darf.

Die WELT berichtet über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, demzufolge es für Grundstückseigentümer in Deutschland eine unverhältnismäßige Belastung sei, wenn die die Jagd auf ihrem Land dulden müssten, obwohl die dies aus ethischen Gründen ablehnen. Da Teile des Bundesjagdgesetzes damit einen Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention darstellten, musste das Gesetz geändert werden.
"Seit Dezember 2013 ist der neuen Paragraf 6a in Kraft. Wer die Behörden überzeugt, dass er aus ethischen Gründen die Jagd ablehnt, hat nun die Möglichkeit, sein Grundstück jagdfrei zu stellen", so die Zeitung.

"Es wurden jetzt schon mehr Anträge gestellt, als die Politik erwartet hatte", zitiert die WELT Rechtsanwalt Dominik Storr, der bundesweit rund 60 Anträge auf jagdrechtliche Befriedung begleitet.

taz: "Betreten nur ohne Flinte erlaubt"

"Die ersten jagdfreien Zonen - Betreten nur ohne Flinte erlaubt", titelt die taz am 22.4.2012 und berichtet, dass die rund zehn Hektar von André Hölscher in Ladbergen als eines der ersten Grundstücksbesitzer in Nordrhein-Westfalen zur jadgfreien Zone erklärt wurde.

Die taz zitiert den Biologen Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd, der dem Argument der Jäger, sie müssten die Rolle der natürlichen Fressfeinde Fressfeinde von Rehen, Hasen und Wildschweinen einnehmen entgegen hält: „Es gibt keine Tiere, die darauf angelegt wären, gefressen zu werden“.

Lesen Sie mehr über den Hintergrund: Nordrhein-Westfalen: 10 Hektar jagdfrei!

Mehr Anträge als erwartet eingegangen

"Premiere für NRW: André Hölscher duldet keine Jagd auf seinem Grundstück", melden die Ruhr Nachrichten am 22.4.2014. "Ein neuer Paragraph im Bundesjagdgesetz erlaubt es Grundstückseigentümern, die Jagd auf ihrem Land abzulehnen", heißt es in dem Artikel.

In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Schätzungen des Landesjagdverbands NRW etwa 150 Anträge auf jagdrechtliche Befriedung privater Grundstücke. Damit seien m
ehr Anträge als erwartet eingegangen.

Immer mehr jagdfreie Grundstücke in Deutschland

"Von Schleswig-Holstein bis Bayern: Immer mehr jagdfreie Grundstücke in Deutschland", meldet relevant.at am 14.4.2014: Laut der Bürgerinitiative „Zwangsbejagung ade“ haben bundesweit bereits einige Hundert Grundeigentümer einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt.

„Befriedet“: Das erste Jagdverbot in SH

Vom ersten Jagdverbot in Schleswig-Holstein berichten dpa und shz.de am 11.4.2014: "Ein Ehepaar aus dem Kreis Steinburg hat sich durchgesetzt: Aus ethischen Gründen darf auf dem Grundstück nun nicht mehr gejagt werden. 22 andere Anträge in Schleswig-Holstein werden noch geprüft."

"Erstes Jagdverbot für Eigentümer in Schleswig-Holstein", titelt die
WELT am 11.4.2014.

Lesen Sie dazu:
Schleswig-Holstein: Erste Grundstücke jagdfrei

"Gesetz stellt Jagdwesen auf den Kopf"

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde liegt ein Antrag auf Jagdverbot aus Gewissensgründen vor. Mit 90 Hektar betrifft das die größte Fläche in Schleswig-Holstein. Diese berichtet die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung am 27.3.2014. Insgesamt haben bereits 23 Grundstückseigentümer aus Schleswig-Holstein den Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt.

Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft befürchtet laut der Zeitung erhebliche Auswirkungen, sollte die zusammenhängende Fläche von 90 Hektar nicht mehr bejagt werden: „Das geänderte Gesetz kann das gesamte Jagdwesen auf den Kopf stellen.“

NDR-Fernsehen: "Keine Jagd auf meinem Grundstück!"

NDR „Hallo Niedersachsen“, 16.3.2014: „Streit zwischen Grundstückseigentümern und Jagdpächtern“

Der NDR filmte bei Familie Huber auf dem Ulmenhof, einem Tierheim und Gnadenhof in Ostfriesland. Die Eigentümer haben einen Antrag auf Ruhen der Jagd auf ihren Flächen gestellt. Der Jagdpächter hat einen Hochsitz in Sichtweise des Grundstücks aufgestellt, das Grundstück mit Jagdfreunden betreten, um dort die Jagd auszuüben. Familie Huber hat Angst, dass ihre Katzen erschossen werden könnten, wenn sie sich mehr als 300 Meter vom Hof entfernen.
Im NDR-Bericht wird darauf hingewiesen, dass die Regelungen der Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften noch auf das Reichsjagdgesetz von 1934 zurückgehen, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte aber geurteilt hat, dass es ein Menschenrecht ist, die Jagd aus ethischen Gründen auf dem eigenen Grundstück zu verbieten.
Im Kreis Aurich haben bereits sechs Grundstückseigentümer einen Antrag auf jagdfrechtliche Befriedung gestellt - mit einer schnellen Entscheidung ist aufgrund des aufwändigen Antragsverfahrens und der Einspruchsmöglichkeiten des Jagdpächters, der Jagdgenossenschaft und der Nachbarn nicht zu rechnen. Für das Antragsverfahren sollen bis zu 2.000 Euro Gebühren fällig sein.
Dennoch haben inzwischen weit über 30 Grundstückseigentümer aus Niedersachsen den Antrag gestellt - "Tendenz steigend", hießt es in dem NDR-Bericht.
Sehen Sie den Bericht in der Mediathek
Sehen Sie dazu auch: NDR-Dokumentation "Waidmannsheil - Jägern auf der Spur"

Schleswig-Holstein: Schikanen für Landbesitzer

Eine dpa-Meldung berichtet am 16.3.2014 von den hohen Kosten und Hürden, die in Schleswig-Holstein Grundstückseigentümern, welche die Jagd auf ihren Flächen nicht länger dulden wollen, in den Weg gestellt werden. „Jahrzehntelang mussten Eigentümer den Abschuss von Tieren auf ihrem Grund und Boden dulden, auch wenn sie strikt dagegen waren“, heißt es auf shz.de am 16.3.2014. „Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte hielten sie ein Jagdverbot auf ihrem Grund und Boden nur noch für Formsache“.

Umwelt- und Naturschützer Dieter Grade, der die Internetseite Natur in Not Dithmarschen ins Leben gerufen hat, ist einer von über 20 Grundstückseigentümern in Schleswig-Holstein, die einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt haben. Er muss nicht nur seine ethischen Motive „glaubhaft machen“ - wie früher bei der Wehrdienstverweigerung -, nicht nur jedes einzelne seiner Grundstücke Grundbuchauszüge, Karten und Angaben vorlegen, sondern auch für die Grundstücke seiner Nachbarn.

Dieter Grade hat den Verlauf seines Antragsverfahrens auf seiner Internetseite ausführlich dokumentiert. „Immer neue Forderungen zu stellen, wenn alle bisherigen geliefert worden sind, halte ich für eine üble Hinhaltetechnik. Einige Forderungen sind in meinen Augen logisch begründet, andere wiederum sind für mich nicht nachvollziehbar. Ich denke, dass die Untere Jagdbehörde auf Fehler meinerseits hofft, die dann zu der endgültigen Ablehnung des Antrages führen würden.“

Zudem wurde für den Antrag eine Bearbeitungsgebühr von bis zu 2.000 Euro angekündigt.

Der für die Jagd zuständige Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hatte bereits vor dem NDR im Schleswig-Holstein Magazin geäußert, er finde es befremdlich, dass eine Gewissensentscheidung etwas kosten soll. „Niemand, der aus ethischen Gründen die Jagd grundsätzlich ablehnt, sollte dazu gezwungen werden, einer Jagdgenossenschaft anzugehören“, zitiert dpa den Minister und fügt hinzu: „Die Realität sieht womöglich anders aus.“

Hamburg: "Keine Jagd auf meinem Grundstück!"

"Keine Jagd auf meinem Grundstück!", titelt das Hamburger Abendblatt am 12.3.2014 und berichtet von einem Grundbesitzer aus Hamburg-Neuengamme, der einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung seines Grundstücks aus ethischen Gründen gestellt hat.
Noch sei über den Antrag noch nicht entschieden worden.

Die Bergedorfer Zeitung meldet am 11.2.2014, in Schleswig-Holstein seien bisher 20 Anträge von Grundstückseigentümern auf Ruhen der Jagd gestellt worden, davon jeweils zwei im Kreis Herzogtum Lauenburg und im Kreis Stormarn. Der erste Antrag in Hamburg stamme von dem Grundtsückseigentümer aus Neuengamme mit 8 Hektar Wiese. Er hatte bereits kurz nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 seinen Antrag eingereicht. "Ich habe das Grundstück vor 21 Jahren gekauft, bin wegen der schönen Natur nach Neuengamme gezogen", zitiert die Bergedorfer Zeitung den Senior und schreibt, dass der Hundehalter den Antrag auf Befriedung der Fläche habe der Hundehalter "aus ethischen Gründen" gestellt habe. Er sei eben ein großer Tierfreund.



Frau lässt Jagd auf ihrem Gelände verbieten

"Frau lässt Jagd auf ihrem Gelände verbieten", meldet dpa am 10.3.2014 und berichtet, dass auf dem gut 25 Hektar großen Gelände von Margot Scheibe bei Hohenöllen in Nordrhein-Westfalen ab 1. April an nicht mehr gejagt werden darf.
Die Frau sei Zwangsmitglied in der Jagdgenossenschaft gewesen - "wie eigentlich jeder, der Gelände im Außenbereich hat", so ein Sprecher des Kreises. Aus Gründen des Tierschutzes habe sie sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 berufen.
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Privatmann lässt Jagd auf seinem Boden verbieten

"Privatmann lässt Jagd auf seinem Boden verbieten", titelt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 10.3.2014 und schreibt: "Aus ethischen Gründen lässt Andre Hölscher die Jagd auf seinen Wäldern und Wiesen verbieten – eine Gesetzesnovelle macht es möglich."

In dem Artikel kommt auch der Chef des BUND Naturschutz Nordrhein-Westfalen Holger Sticht zuu Wort, denn auch der BUND möchte seine Grundstücke jagdfrei stellen. „Wir möchten die Form der Jagd auf unseren Flächen selbst bestimmen“, so Holger Sticht. Er hofft nun, dass die anstehende Novelle des Landesjagdgesetzes auch Vereinen die Möglichkeit gibt, ihre Flächen befrieden zu lassen.
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20.2.14: Tierschützer jagen Jäger von ihrem Land

„Tierschutz: Stormarner jagen Jäger von ihrem Land“, titelt das Hamburger Abendblatt am 20.2.2014 und berichtet von zwei Grundstückseigentümern aus dem Landkreis Stormarn in Schleswig-Holstein, welche die Jagd auf ihren Flächen nicht länger dulden wollen.
Einer der beiden Grundstücksbesitzer hat rund 19 Hektar Land mit Wiesen und Wald an der Trave: „All die Jahre musste er dulden, dass Jäger sein Grundstück durchkämmen und Rehe, Wildschweine oder Füchse schießen. Damit soll nun Schluss sein“, so das Abendblatt.
Die Novellierung des Bundesjagdgesetzes, die im Dezember in Kraft trat, mache es ihm nun möglich, das Jagen auf seinem Gebiet zu verbieten. "Ich habe vor Kurzem einen Dachs gesehen und mich daran erfreut", zitiert das Hamburger Abendblatt den Naturliebhaber, der rund 15 Jahre in der Naturschutzbehörde in Stormarn gearbeitet hat. "Die Tiere sollen auf meinem Grundstück ihre Ruhe finden".
Ein weiterer Grundstückseigentümer aus dem Kreis Stormarn habe für seine etwa 2,5 Hektar ein Jagdverbot beantragt.
Ingesamt seien in Schleswig-Holstein bereits 20 Anträge auf ein Jagdverbot gestellt worden.

18.2.14: "Keine Jagd auf meinem Grundstück!"

"Vegetarierin will Jagd auf ihrem Grundstück verbieten", titelt die Schwäbische Zeitung am 18.02.2014. „Ich lehne es grundsätzlich ab, Tiere zu töten“, zitiert die Zeitung die Naturschützerin, Vegetarierin und Grundstückbesitzerin und schriebt: "Besonders Drückjagden, wie unlängst bei Meßkirch – in drei Stunden schossen Jäger 81 Wildschweine – sind Elisabeth Vogel ein Dorn im Auge."
Die Jäger fürchten, dass weitere Tierfreunde einen Antrag auf jagdrechtlichte Befriedung stellen: "Was wir fürchten sind Nachahmer“, zitiert die Schwäbische Zeitung einen örtlichen Jäger. Gefürchtet werde vor allem eine „Zerstückelung“ des Jagdbezirks.



11.2.14: Immer mehr Anträge in Niedersachsen

In Niedersachsen beantragen immer mehr Grundstückseigentümer ein Jagdverbot auf ihren Flächen. Doch obwohl sie laut Urteil des Europäischen Gerichtshofs damit ein Menschenrecht wahrnehmen, legen Behörden und Politik Steine in den Weg. „Jagdverbot kann teuer werden“, titelt der Weser Kurier am 11.2.2014. „Inzwischen haben mehr als 30 niedersächsische Grundeigentümer einen Antrag auf ‚Befriedung’ gestellt“, heißt es hier. Und die Behörden rechnen mit weiteren Anträgen.
Allerdings sollen allein die Kosten so manchen Grundeigentümer abschrecken: „Gemäß der niedersächsischen Gebührenordnung können die zuständigen Behörden zwischen 1000 und 2000 Euro für die Bearbeitung der Anträge berechnen“, schreibt der Weser Kurier. „Das hat bereits zu geharnischten Protesten geführt, schließlich ist ein Antrag auf Jagdverbot zehn bis 20 Mal teurer als alle anderen Behördenleistungen in Sachen Jagdrecht.“

8.2.14: Grundbesitzer wollen Jagdverbot erwirken

„Jäger skeptisch: Grundbesitzer wollen Jagdverbot erwirken“, titeln die Lübecker Nachrichten, 8.2.2014. Es gibt immer mehr Anträge auf jagdrechtliche Befriedung privater Grundstücke - sehr zum Unmut der Jäger.

NDR: Der Weg zum "jagdfreien" Privatgelände

NDR-Fernsehen "Schleswig-Holstein Magazin",
Mi., 4.3.2014:

Der Weg zum "jagdfreien" Privatgelände
"Bislang musste jeder die Jagd auf seinem Land zulassen. Bei der Naturschutzbehörde können Eigentümer nun einen Antrag stellen, dass ihr Grundstück jagdrechtlich befriedet wird." (NDR-Sender-Info)

Der NDR hat bei Dieter Grade von Natur in Not Dithmarschen gefilmt, welche die Jagd auf seinem Grundstück nicht länger dulden will und einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung gestellt hat.

Bericht in der NDR-Mediathek ansehen

3.2.14: "Keine Jagd auf meinem Grundstück"

"Landeigentümer wollen ihr Recht durchsetzen: Ich will keine Jagd auf meinem Grundstück" titelt die Ostfriesen Zeitung am 3.2.2014. In dem lesenswerten Artikel wird über eine Grundstückseigentümerin berichtet, welche nicht länger dulden will, dass Jäger auf ihrem Grund und Boden Tiere tot schießen oder Fallen aufstellen. Doch trotz eindeutigem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschrechte stellt Niedersachsen den Grundstückseigentümern, die einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung stellen, hohe Hürden.

„Niedersachsen hat die meisten Schikanen“, sagt Rechtsanwalt Dominik Storr, der bundesweit über 50 Grundstückseigentümer vertritt, im Interview mit der Ostfriesen Zeitung. "Dies soll die Grundeigentümer davon abhalten, ein vom Europäischen Gerichtshof zugesprochenes Menschenrecht wahrzunehmen."

Lesen Sie den Artikel in der Ostfriesen Zeitung am 3.2.2014 (pdf-download) [164 KB]

Interview mit Rechtsanwalt Dominik Storr

Ostfriesen Zeitung, 3.2.2014: „Niedersachsen hat die meisten Schikanen“

In anderen Bundesländern gibt es weniger Hürden für Antragsteller


Der Rechtsanwalt Dominik Storr aus Neustadt am Main von der Bürgerinitiative „Zwangsbejagung ade“ vertritt rund 50 Mandanten vor Behörden und Gerichten. Sie alle wollen die Jagd auf ihren Ländereien nicht länger dulden.

Ostfriesen-Zeitung: Moin, Herr Storr. Landbesitzer dürfen jetzt die Jäger von ihrem Grund und Boden vertreiben?
Dominik Storr: Theoretisch ja. Die Grundeigentümer müssen zunächst beim Landkreis einen Antrag auf Befriedung ihrer Flächen stellen. Dies geht aber nur, sofern sie die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen.

OZ: Das heißt, bisher hatten die Jäger das Recht, einfach über Grundstücke zu gehen und zu schießen?
Storr: Ja, denn alle Eigentümer von Land im Außenbereich gehören automatisch einer Jagdgenossenschaft an. Damit müssen sie die Jagd auf ihren Grund und Boden dulden. Die Jäger haben sogar das Recht, die Katze des Grundstückseigentümers zu erschießen, wenn sie sich nur ein paar Hundert Meter vom Haus entfernt hat. Und wenn ein Grundeigentümer beispielsweise ein Rehkitz vor den Jägern in Sicherheit bringen will, sieht er sich unter Umständen den Vorwürfen der Jagdstörung, des Diebstahl und der Wilderei ausgesetzt.

OZ: Den Menschen, die keine Jagd auf ihren Grundstücken dulden wollen, wird die Antragstellung aber sehr schwer gemacht.
Storr: Ja, ganz besonders in Niedersachsen. Dort hat das Ministerium ein Standardschreiben für die Behörden verfasst, das beinahe an Nötigung grenzt. So wird in dem Schreiben, das die Antragsteller von den Behörden erhalten, mit unverhältnismäßig hohen Gebühren für den Antrag gedroht. Die Gebühr soll 1000 bis 2000 Euro betragen. Dies soll die Grundeigentümer davon abhalten, ein vom Europäischen Gerichtshof zugesprochenes Menschenrecht wahrzunehmen. Ich weiß von Fällen, in denen Grundeigentümer ihre Anträge wegen der hohen Gebühren bereits zurückgezogen haben.

OZ: Warum glauben Sie sind ausgerechnet in Niedersachsen die Hürden so hoch.
Storr: Das ist schwer zu sagen. Vielleicht spielt die Jagd in Niedersachsen eine größere Rolle als in anderen Bundesländern. Man gewinnt in Niedersachsen leicht den Eindruck, dass es zwischen Jagd, Gerichten und Politik keine Grenzlinie gibt. In Niedersachsen scheint die Jägerschaft noch allmächtig zu sein. Das ist natürlich aus rechtsstaatlicher Sicht höchst bedenklich.

1.2.14: Grundbesitzer in Niedersachsen wehren sich

"Grundbesitzer in Niedersachsen wehren sich - 32 Anträge auf Jagdverbot", titelt der Weser Kurier am 1.2.2014 und schreibt: "Es kommt nicht jeden Tag vor, dass Deutschland wegen eines Verstoßes gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verurteilt wird. Der 26. Juni 2012 aber war so ein Tag." Denn an diesem Tag verkündete der Europäische Gerichtshof sein Urteil: Ein Grundeigentümer, der die Jagd aus ethischen Gründen das Jagen ablehnt, darf nicht gezwungen sein zu dulden, das Jäger auf seinem Grundstück Tiere töten. In Niedersachsen haben inzwischen 32 Eigentümer einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung gestellt, wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover auf Nachfrage des Weser Kuriers mitteilte. Im benachbarten Schleswig-Holstein haben inzwischen 20 Grundbesitzer einen solchen Antrag gestellt.
Doch Niedersachsen macht es den Grundstückseigentümern bei der Wahrnehmung ihres Menschenrechts so schwer wie kein anderes Bundesland: Laut niedersächsischer Gebührenordnung können die unteren Jagdbehörden 1000 bis 2000 Euro Bearbeitungsgebühr berechnen. "Damit ist ein Antrag auf Jagdverbot übrigens rund zehn bis zwanzig Mal teurer als alle anderen Behördenleistungen im Jagdrecht", so der Weser Kurier. Eine „Erlaubnis für eine beschränkte Jagdausübung in einem Naturschutzgebiet“ könne ein Jäger für 25 bis 52 Euro bekommen.


31.1.14: 20 Grundbesitzer verbieten Jagd

„Etwa 20 Grundbesitzer wollen Jäger von ihren Ländereien verbannen und haben Verbote beantragt“, melden die Kieler Nachrichten am 31.1.2014. Der NABU kritisiert, dass die Hürden für das Jagdverbot zu hoch sind. „Wir haben das Gefühl, dass es darum geht, bewusst Steine in den Weg zu legen“, zitiert die Zeitung NABU-Vorstand Fritz Heydemann. So sei ein Fall aus Nordfriesland bekannt geworden, in dem die Kreisverwaltung einer Antragstellerin mitgeteilt habe, dass ihr Grundstück frühestens nach Ablauf des gültigen Jagdpachtvertrages im Jahr 2028 befriedet werden könne. Und die Kosten für das Antragsverfahren könnten laut dem Entwurf der künftigen Landesverordnung zwischen 400 und 2000 Euro betragen.
Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck (GRÜNE) sagt gegenüber den Kieler Nachrichten: „Ich begrüße es, dass Grundeigentümer, die aus ethischen Gründen die Jagd prinzipiell ablehnen, nun die Möglichkeit bekommen, ihre Flächen zu befriedeten Bezirken erklären zu lassen. Niemand, der aus ethischen Gründen die Jagd grundsätzlich ablehnt, sollte dazu gezwungen werden, einer Jagdgenossenschaft anzugehören.“ Und er verspricht, an einer Lösung der Gebührenfrage zu arbeiten: „Der Gedanke, dass eine Gewissensentscheidung etwas kosten könnte, ist für mich befremdlich."

WELT: "Keine Jagd auf meinem Grund und Boden"

„Keine Jagd auf meinem Grund und Boden" titelt DIE WELT am 27.01.14. Demnach wollen in Schleswig-Holstein 20 Grundbesitzer Jagdverbote für ihr Land erwirken.
"Vor dem Frühjahr wird voraussichtlich keine Entscheidung fallen", zitiert DIE WELT Referatsleiter Johann Böhling aus dem Umweltweltministerium. Von den 20 Anträgen stammten allein acht aus dem Kreis Ostholstein, weitere aus den Kreisen Plön, Segeberg und Rendsburg-Eckernförde sowie jeweils zwei aus Stormarn und Herzogtum Lauenburg.

ZDF-Dokumentation: Jäger in der Falle

planet e. "Jäger in der Falle", Sendung vom 19.01.2014
"Es war ein Warnschuss für die Jägergilde und könnte der Anfang vom Ende der traditionellen Jägerei in Deutschland sein. Seitdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg vor eineinhalb Jahren den deutschen Grundstückseigentümern das Recht zugesprochen hat, die Jagd aus Gewissensgründen auf eigenem Grund und Boden zu verbieten, ist nichts mehr wie es war. Jagdkritiker wollen den Abschuss von Wildtieren in Deutschlands Wäldern deutlich einschränken. Manche gehen sogar noch weiter und fordern ein Ende der Jagd.
Peter Wohlleben ist Jäger und stellt sich gegen seine eigene Zunft. Als Gemeindeförster will er am liebsten die Jagd auf Wild in "seinem" Wald in der Eifel und in der ganzen Republik verbieten lassen. "Fast alle Waidmänner jagen doch nur aus der Lust am Töten und kommen ihrer eigentlichen Aufgabe, Wildschäden zu verhindern und die Bestände zu regulieren, überhaupt nicht nach", meint er. (...) Doch es geht auch ganz ohne Jagd, wie das Beispiel Genf zeigt. Dort haben die Behörden vor 40 Jahren die Jagd abgeschafft. Viele Tierarten, die schon fast ausgerottet waren, sind seitdem zurückgekehrt." (ZDF-Sender-Info)

Gottlieb Dändliker, Wildinspektor im Kanton Genf, sagt: "Was uns die letzten 40 Jahre gezeigt haben. Die meisten Arten brauchen überhaupt keine Regulierung. In unseren Verhältnissen auf jeden Fall und es geht ihnen gut, wenn sie nicht gejagt werden und natürlich, wenn man zusätzlich auch Naturschutz treibt und die Habitate verbessert. Es gibt eine Ausnahme: Und das ist das Schwarzwild". Durch den hohen Jagddruck in den umliegenden Regionen suchen viele Wildschweine Schutz im geschützten Kanton Genf. Dem Problem wird mit sanften Mitteln begegnet: Elektrozäune sollen die Tiere fern halten. Der Abschuss durch Wildhüter ist nur als letztes Mittel zur Bestandsregulierung zulässig.
Sendung ansehen und weitere Informationen im online-Angebot von „planet e“

ZDF planet e: Jäger in der Falle (19.1.2014)

Anträge im Landkreis Osnabrück

„Befriedung: Wie hält man Jäger vom Grundstück fern?“, titelt die Neue Osnabrücker Zeitung am 15.1.2014 und berichtet von Grundstückseigentümern, die einen Antrag gegen die Jagd auf ihrem Grund und Boden gestellt haben. Beim Landkreis Osnabrück liege laut der Zeitung bislang ein Antrag aus Hagen und ein Antrag aus Berge vor, ein Antrag aus Menslage sei angekündigt. Dem Kreis Steinfurt liegen drei Anträge vor.
Seit dem 6. Dezember 2013 ist die Änderung des Bundesjagdgesetzes in Kraft. Diese wurde notwendig, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2012 entschieden hatte, dass die Zwangsbejagung gegen die Menschenrechte verstößt.
Im Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung kritisch darauf hingewiesen, dass der Deutsche Jagdverband die Umsetzung des Urteils in deutsches Recht für gelungen hält.
Will heißen: Den Grundstückseigentümern wird die Wahrnehmung ihres Menschenrechts schwer gemacht.
„Wer den Versuch einer Befriedung trotzdem wagen will: Im Osnabrücker Land ist der Antrag schriftlich beim Landkreis zu stellen“, schreibt die Zeitung. Nach Auskunft der Pressestelle des Landkreises Osnabrück dürften auf den Antragsteller zwischen 1000 und 2000 Euro zukommen.
Der Kreis Steinfurt – der im benachbarten Nordrhein Westfalen liegt, sei optimistisch, dass es günstiger gehe: „Der Gebührenrahmen beträgt derzeit 30 bis 115 Euro“, zitiert die Zeitung die Kreisverwaltung.

taz: "Wer Frieden will, muss zahlen"

Unter der Überschrift „Waidmanns-Stop - Wer Frieden will, muss zahlen“ berichtet die taz am 13.1.2014über das Thema Zwangsbejagung ade: Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012, dass die Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften gegen die Menschenrechte verstößt, ist im Dezember 2013 nun eine Änderung des Bundesjagdgesetzes in Kraft getreten: Grundeigentümer können die Jagd auf ihren Flächen aus ethischen Gründen verbieten.

„Wer dieses Recht wahrnehmen will, muss jedoch in Niedersachsen einen Berg Papierkram bewältigen und bis zu 2.000 Euro an Gebühren bezahlen“, schriebt die taz und zitiert Rechtsanwalt Dominik Storr von der Bürgerinitiative „Zwangsbejagung ade“, der zahlreiche Grundstückseigentümer vertritt: „Niedersachsen ist federführend, was die Schikanen angeht.“ Es gehe laut Rechtsanwalt Storr darum, dass eine akute Menschenrechtsverletzung abgestellt wird.

Jan Gerdes von der Tierschutzstiftung Hof Butenland in Niedersachsen hat die jagdrechtliche Befriedung seiner Flächen beantragt. Als ehemaliger Jäger weiß Jan Gerdes, wovon er spricht. Er habe viele Tiere gesehen, die nur angeschossen wurden und sich zu Tode quälten, zitiert ihn die taz: „Man fängt an, Mitleid zu bekommen.“
Lesen Sie den taz-Artikel

Issumer beantragen Jagdverbot beim Kreis

Zwei Familien aus dem Kreis Kleve wollen aus ethischen Gründen, dass auf ihrem zwölf Hektar großen Grundbesitz kein Tier mehr erlegt werden darf. Dies berichtet die Rheinische Post am 4.1.2014. Auf ihren Grundstücken westlich von Issum haben sie Schilder aufgestellt: "Jagdverbot (Privatgrundstück). Das Betreten ist Jägern, Jagdgesellschaften und deren Helfern strengstens verboten. Artikel 1 (EMRK)."
In ihrem schriftlichen Antrag an die Jagdbehörde nennt die eine Familie unter anderem folgende ethische Gründe: "Eigentum zu erwerben und zu besitzen, bedeutet für uns die moralische Pflicht und das Recht, verantwortungsvoll Lebensräume zu schützen. . . Das Erlebnis der ersten augenscheinlichen Jagd über unsere Grundstücke bleibt für uns bis heute traumatisierend. . . Wir glauben an das Recht auf Leben für jede Kreatur, die Gott erschaffen hat."
Auch für die andere Familie gaben Treibjagd-Szenen den Anstoß: "Die Bilder von dichten Treiberketten, die Hasen keine Chance zum Entkommen gegeben hätten, von alkoholtrinkenden Treibern, die Stöcke auf Hasen schleuderten, hätten die ganze Familie – seine Frau und die elf- und vierzehnjährigen Kinder – bis heute nicht losgelassen", so die Rheinische Post.

Kreis Wesel: 15 Anträge auf Jagdverbot

„Grüne Politikerin wütend über Treibjagd“, titelt die Rheinische Post am 4.1.2014. Demnach seien bei einer Jagd im Naherholungsgebiet Rayener Berg Anwohner aus ihrer Samstagsruhe gerissen worden und Haustiere aus panischer Angst entlaufen. Ein Anwohner fragt, warum im Naherholungsgebiet überhaupt geschossen werden darf, obwohl Spaziergänger, Jogger und Hundebesitzer hier unterwegs sind: "Wer kann für ihre Sicherheit garantieren?"

In dem Artikel der Rheinischen Post heißt es auch, dass bereits 15 Grundstückseigentümer aus dem Kreis Wesel einen Antrag gestellt haben, die Jagd auf ihrem Grund und Boden zu verbieten.
„Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom Juni 2012. Eine entsprechende Änderung des Bundesjagdgesetzes gilt seit dem 6. Dezember.“

Süddeutsche Zeitung, 16.12.13: Gewissensfrage

Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 16.12.2013 über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR): Die Zwangsbejagung verstoße gegen das Recht von Besitzern privaten Waldes und landwirtschaftlicher Flächen, selbst zu entscheiden, ob auf ihrem Grund gejagt werden darf und dabei Tiere getötet werden.
In dem Artikel greift die Süddeutsche unsere Kritik an der Umsetzung des EGMR-Urteils auf:
„Die Bürgerinitiative Zwangsbejagung ade kritisiert, dass den Grundstückseigentümern für diesen Schritt große Hürden auferlegt würden. Denn bei einem Austritt müssten sich die Eigentümer einer Gewissensprüfung durch die örtliche Jagdbehörde unterziehen, teilt die Initiative mit. Hinzu komme, dass die beantragte Befriedung des Grundstückes erst dann in Kraft trete, wenn der jeweilige Jagdpachtvertrag ausläuft. Das könne unter Umständen viele Jahre dauern, moniert die Bürgerinitiative in einer Pressemitteilung und empfiehlt den Grundstückseigentümern, in ihrem Antrag anzumerken, dass es aus Gewissensgründen unzumutbar wäre, den Ablauf des Jagdpachtvertrages abzuwarten.“

"Eigentümer können Jagd verbieten lassen"

Am 6.12.2013 ist die Änderung des Bundesjagdgesetzes zur Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften in Kraft getreten. Grundstückseigentümer, welche die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, können bei der jeweils zuständigen Behörde die jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen beantragen.

Lesen Sie dazu eine Auswahl der Presseberichte:

Grundstückseigentümer müssen Waidmänner auf Flächen nicht mehr dulden“, titelt die Allgemeine Zeitung am 14.12.2013.
Demnach ist bereits ein erster Antrag zur Jagdruhe für eine Fläche in der Region ist bei der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Uelzen eingegangen.

Die
Rheinische Post titelt am 12.12.2013: "Eigentümer können Jagd verbieten lassen".
Demnach seien bei der Kreisverwaltung Kleve bereits drei entsprechende Anträge eingegangen – zwei aus Issum, einer aus Geldern. "Zudem habe es eine Reihe telefonischer Anfragen zu dem Thema gegeben".
Bei der Kreisverwaltung gebe es noch keine Erfahrungen mit der Bearbeitung der Anträge: "Das Verfahren wird sehr umfangreich sein. Wir rechnen mit Bearbeitungszeiten von einigen Monaten", wird die Kreissprecherin zitiert.
Für den Deutschen Tierschutzbund sei die Änderung des Jagdgesetzes ein "wichtiger Schritt", die Zwangsbejagung zu beenden, er halte die Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aber für unzureichend. Die Rheinische Post zitiert den Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, mit den Worten: "Den Grundeigentümern werden auch mit der Gesetzesänderung unverhältnismäßig hohe Hürden gesetzt."

„Jagdbefriedung von Grundstücken jetzt möglich“, titelt proplanta am 9.12.2013.
Hier heißt es: "Für Grundeigentümer besteht nun die Möglichkeit, bei der jeweils zuständigen Behörde auf Antrag auf eine „Befriedung“ ihrer Flächen zu erreichen. Die Möglichkeit dazu beschränkt sich nach Angaben der BAGJE auf Fälle, in denen Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen."

7.12.2013: Jäger warnen vor Jagdverbot auf einzelnen Grundstücken
Jäger und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) befürchten einzelne „Flickenteppiche“ aus bejagbaren und bejagungsfreien Zonen. Dies meldet das Landwirtschaftsportal topagrar.

Pressemeldung des Deutschen Tierschutzbunds

"Änderung des Bundesjagdgesetzes – Ende der Zwangsbejagung für Grundstückseigentümer", überschreibt der Deutsche Tierschutzbund seine Pressemeldung vom 9.12.2013. Darin begrüßt Deutsche Tierschutzbund begrüßt diese Anpassung als wichtigen Schritt, weist aber gleichzeitig auf die unzureichende Umsetzung des EGMR-Urteils hin.
"Es war schon lange ein Problem, dass Tierliebhaber, Tierschützer und insbesondere Tierschutzorganisationen einer Zwangsbejagung auf ihrem Gelände aus ethischen Gründen nicht widersprechen konnten. Jetzt ist diese antiquierte Regelung endlich zumindest in Teilen abgeschafft", kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Allerdings werden Grundeigentümern auch mit der Gesetzesänderung weiterhin unverhältnismäßig hohe Hürden gesetzt. Wir halten die Umsetzung des vom EGMR zugebilligten Rechts daher für unzureichend", so Schröder weiter.
Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert, dass nur Einzelpersonen entsprechende Anträge stellen können, so dass Verbände oder Organisationen sowie Tierschutzvereine von dieser Möglichkeit ausgeschlossen sind.
Außerdem sei eine weitreichende Überarbeitung des Bundesjagdgesetzes überfällig:
"Seit Jahrzehnten drängen die Tier- und Naturschutzverbände in Deutschland darauf, das Bundesjagdgesetz grundsätzlich zu novellieren, da es weder den modernen Anforderungen des Tierschutzes noch des Naturschutzes gerecht wird. So dürfen Jäger dem Jagdrecht zufolge beispielsweise immer noch Hunde und Katzen abschießen oder tierschutzwidrige Totschlagfallen einsetzen. Auch die umstrittene Jagdhundeausbildung an lebenden Enten und Füchsen muss aus Tierschutzsicht endlich der Vergangenheit angehören."

28.10.: RTL-Reportage "Erschossene Haustiere"

Am 28.10.2013 sendet RTL von 23:30–00:00 Uhr eine Reportage zum Thema „Erschossene Haustiere“.
Der 30-Minuten-Film ist Teil der neuen „Justice - Der Justizreport“.

Inhalt: Bewohner in einem kleinen Dorf in Schleswig Holstein trauern. Ein elf Monate alter Hund wird vom ortsansässigen Jäger erschossen. Es kommt zur Anzeige, weil die Hundebesitzerin nicht glauben will, dass ihr Hund gewildert hat. Polizei und Justiz ermitteln. Zeitungen berichten über den Fall. Der Jäger sieht sich einer Hetzjagd ausgesetzt, dabei habe er nach gültigem Jagdrecht gehandelt.
Ähnlich sehen es in Deutschland andere Jäger, die zum Schutz des Wildes auch Katzen töten, wenn sie zu weit vom letzten Haus im Dorf entfernt angetroffen werden. Katzen müssen laut Jagdrecht dabei nicht mal wildern. Tierschutzorganisationen, die prinzipiell den Abschuss von Haustieren ablehnen, schreiben immer dann, wenn ein Tötungsfall öffentlich wird von den drei „S“ der Jäger: „Schießen, schaufeln, schweigen“.

„Justice“ erzählt in dieser Folge von getöteten Katzen im Teutoburger Wald und vom sogenannten „Hunde-Drama“ in Boksee.
Die Hundebesitzerin Carmen Ritchie will wissen, ob das heutige Jagdgesetz wirklich noch zeitgemäß ist. Denn die Deutschen sind tierlieb geworden, ihre Haustiere gehören längst zur Familie.
Der Anwalt des Jägers, Pierre Pötzl aus Kiel, der im laufenden Fall zum Verfahren nichts sagen möchte, betont: „In Schleswig Holstein gilt das sogenannte Tatprinzip, Fall bezogenes Prinzip, das heißt, wenn der Jäger einen Hund wildernd im Revier antrifft, dann darf er ihn – wenn er ihn in dieser konkreten Situation trifft - strecken – sprich schießen.“Im Bundesland Sachsen wurde das Jagdgesetz gerade angepasst. Hunde dürfen nur noch eingeschränkt und mit besonderen Auflagen verbunden vom Jäger „gestreckt“ werden. Was der Wolf damit zu tun hat – sehen Sie in der Justice-Reportage „Erschossene Haustiere“ am 28. Oktober 2013 bei RTL.

14.10. NDR: "Waidmannsheil - Jägern auf der Spur"

Das NDR-Fernsehen sendete am 14.10.2013 die Reportage „45 Minuten“ mit dem Titel „Waidmannsheil – Jägern auf der Spur“.
„Die Jagd ist für die einen eine wichtige Tradition, für die anderen grausam und überholt. Das deutsche Jagdrecht gewährt den 350.000 Jägern in Deutschland weitreichende Privilegien. Ist es noch zeitgemäß? Und wie sinnvoll sind einzelne Arten der Jagd? Brauchen wir sie überhaupt noch?“
(Senderinformation)

Informationen des NDR zur Sendung
Video online ansehen (45 min)

In der Sendung “Waidmannsheil: Jägern auf der Spur“, des NDR, können Sie sehen, wie ekelhaft und grausam die Jagd ist. Die Jagd ist in Deutschland ein Hobby.

"Keine Jagd auf meinem Grundstück!"

Sogar auf Privatgrundstücken wird gejagt – auch gegen den Willen der Eigentümer. Der NDR sprach mit Rechtsanwalt Dominik Storr, der betroffene Grundstückseigentümer vertritt.
Winzerstochter Sarah Mariah Gänz kommt als Betroffene zu Wort: Die Bio-Winzerfamilie Gänz wehrt sich seit Jahren aus ethischen Gründen gegen das Töten von Tieren auf ihren Grundstücken: „Jagd stört das Natursystem“, sagt Sarah Gänz.
Am 20.2.2013 fand die Öffentliche Anhörung des Agrarausschusses des Bundestages zum Thema "Änderung des Bundesjagdgesetzes" in Berlin statt.
Angehört wurden sieben Sachverständige, die allesamt der Jagd- und Forstlobby zuzurechnen sind und ausschließlich ihre Lobby-Interessen vertraten. Der NDR filmte den Protest von Tierschützern und Grundstückseigentümern.
„Bei der Anhörung heute sind nur Vertreter eingeladen, die entweder einen persönlichen oder einen wirtschaftlichen Vorteil von der Jagd haben“, sagt Sarah Gänz. „Die können die Bundestagsabgeordneten gar nicht neutral beraten. Und die Seite der Kritik an der Jagd fällt hier völlig unter den Tisch.“ Und die betroffenen Grundstücksbesitzer kommen überhaupt nicht zu Wort.
Dazu erklärt Rechtsanwalt Dominik Storr: „Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist völlig unmissverständlich.“ Denn das höchste Europäische Gericht kam am 26.6.2012 zu dem Urteil: Es ist nicht mit dem in der Menschenrechtskonvention garantierten Schutz des Eigentums zu vereinbaren, wenn Grundstückseigentümer gegen ihren Willen zwangsweise Mitglied in Jagdgenossenschaften sind und damit die Jagd auf ihrem Eigentum dulden müssen.
Weil damit Regelungen des Bundesjagdgesetzes ein Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention waren, musste das Gesetz geändert werden. „Hier sieht man die enge Verzahnung von Jagd und Politik. Das neue Gesetz kam im Schnelldurchgang zustande – und in den Ausschüssen waren nur Lobbyisten beteiligt. Es wurden keine Tierschützer angehört, keine Jagdgegner – und vor allem wurden keine Grundeigentümer angehört, die unmittelbar betroffen sind. In den Ausschüssen haben die Jäger und die Forstlobbyisten ihr eigenen Gesetz gemacht“, so Rechtsanwalt Dominik Storr.
Lesen Sie dazu: Hintergrund und rechtliche Situation

Jagdtourismus, Tierquälerei und Jagd auf Haustiere

Im weiteren Verlauf der Dokumentation zeigt der NDR Trophäen seltener Tiere aus fernen Ländern auf der Jagdmesse, Angebote von Jagdtourismus in Kanada und eine Gruppe von Hobbyjägern bei einer Jagdreise nach Polen. „Der Jagderfolg ist hier garantiert“, heißt es.

Jäger erzählen mit Begeisterung von der Jagd auf "Raubzeug" (womit sie Füchse meinen). Ein Jäger zeigt voller Stolz seine Schliefenanlage, in der Jagdhunde mit einem eingesperrten lebendigen Fuchs die Baujagd üben. Die furchtbare Angst und den Stress, den der Fuchs dabei hat, rechtfertigt der Jäger mit den Worten: "Jeder Mensch, aber auch jedes Tier, brauchen Stress zum Überleben. So wie der Hund regelmäßig gearbeitet werden muss, muss auch der Fuchs gearbeitet werden". Anwohner sind empört über diese Tierquälerei und fordern die Schließung der Schliefenanlage - sie haben eine Petition auf den Weg gebracht.

"Auch Katzen sind für viele Jäger wilderndes Raubzeug", heißt es weiter. Und dann berichtet Heike Sommer, die ein Tierasyl leitet, von erschossenen und angeschossenen Katzen. Katze Nina wurde im Alter von 3 Monaten ein Bein weggeschossen.

Zugvogeljagd von Hobbyjägern in EU-Vogelschutzgebieten

Anschließend geht es um die umstrittene Zugvogeljagd von Hobbyjägern in EU-Vogelschutzgebieten. Eilert Voß von der Gänsewacht und dem Wattenrat Ostfriesland dokumentiert hier regelmäßig jagdliche Verstöße und berichtet angeschossenen Gänsen, die nach solchen Jagden gefunden werden - auch streng geschützte Gänse werden tot oder angschossen gefunden.

Nationalpark Hainich: Seit fünf Jahren jagdfrei

In weiten Teilen des Nationalparks Hainich in Thüringen ist das Jagen seit fünf Jahren verboten. Hier überlässt man die Natur sich selbst. Die ersten Ergebnisse zeigen: Auch ohne Jäger vermehren sich die Laubbäume gut. "Wir haben Wildbestände, die sich wohl kaum von denen in bewirtschafteten Waldflächen unterscheiden", so die Einschätzung des Nationalparkleiters Manfred Großmann. "Wir haben reichlich Naturverjüngung und wir haben damit auch Zustände wie in angrenzenden bewirtschafteten Bereichen."

Als Fazit dieser Sendung kann man sich nur noch den Worten unseres ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss anschließen, der über die Jagd sagte: „Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit."

Informationen des NDR zur Sendung

SWR Fernsehen: Streit am Grundstückszaun

"Streit am Grundstückszaun - Jäger machen Front gegen Rentnerin"


Das
SWR Fernsehen Rheinland-Pfalz berichtete in der Landesschau über Frau Scheibe, welche die Jagd auf ihrem Grundstück nicht dulden will, erneut ausstrahlen.
Sendung online ansehen

"Margot Scheibe aus Lauterecken lebt wie im Paradies. Ihr Grundstück liegt im Wald und ist mit 25 Hektar supergroß. Und die Tiere des Waldes gehen bei ihr ein und aus - eine Arche Noah mitten im Pfälzer Bergland.
Umgeben ist die Idylle von einem 50 Jahre alten und insgesamt 5 km langen Zaun, der kein Wildtier davon abhält, hinein- oder herauszuschlüpfen. Aber an genau diesem Zaun erhitzen sich derzeit die Gemüter, insbesondere die der Jäger. Die nämlich wollen bei ihren Treibjagden auch das Wild jagen, das sich hinter den Zaun flüchtet. Dagegen aber hat Margot Scheibe etwas..." (aus der Ankündigung des SWR)

12.9.13: Am Ölberg ruht die Jagd

»Am Ölberg ruht die Jagd - Jagdgegner Günter Scheuring hat auf 2000 Quadratmetern bei Ostheim „befriedete Fläche“«, titelt die Main Post am 12.9.2013.

Günter Scheurich hat auf seinem Grundstück am Ostheimer Ölberg Schilder aufgestellt, welche die Grundstücksgrenze zeigen. „Jagdfreies Grundstück“ steht auf den Schildern. Denn: Seine rund 2000 Quadratmeter Streuobstwiese sind eine „befriedete Fläche“.
„Hier sollen auch die Tiere ihren Frieden haben. Auf ihr wird es erst einmal keine Jagd mehr geben. Die Untere Jagdbehörde am Landratsamt hat dem zugestimmt – nach Absprache mit dem Ostheimer Jagdpächter und der Jagdgenossenschaft“, schreibt die Main Post.


Der Tierschützer beruft sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012. Demzufolge legt die in Deutschland geltende Verpflichtung, die Jagd auf dem eigenen Grundstück dulden zu müssen, Grundstücksbesitzern, welche die Jagd ablehnen, eine unverhältnismäßige Belastung auf. Damit folgte der Gerichtshof seinen Schlussfolgerungen in zwei früheren Urteilen, die das Jagdrecht in Frankreich und Luxemburg betrafen.
Günter Scheurich hatte bereits vor einigen Monaten einen Antrag auf Ruhen der Jagd auf seinem Grundstück gestellt und einen Anwalt eingeschaltet.
Lesen Sie den Artikel

Deutschlandradio: "Schussfreie Zone"

Das Deutschlandradio berichtete am 9.7.2013 zum Thema: "Schussfreie Zone" – Bericht über eine Winzerfamilie, die auf ihrem Grundstück keine Jäger haben will.

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte von 2012 gab einem deutschen Waldbesitzer recht, der es aus ethischen Gründen nicht länger hinnehmen wollte, dass auf seinem Grund und Boden gejagt wird. "Genau auf dieses Urteil beruft sich auch Sarah Maria Gänz mit ihrer Familie. Familie Gänz betreibt ein Biohotel und ein Weingut bei Bad Kreuznach", heißt es in der Online-Ausgabe des Deutschlandradios.


Hören Sie den Beitrag hier
Lesen Sie den Kommentar der Winzerfamilie Gänz zu dem Radiobeitrag

29.6.13: Vorläufig noch Jagd auf Bio-Flächen

„Vorläufig noch Jagd auf Bio-Flächen“, titelt die Allgemeine Zeitung am 29.6.2013 und berichtet über die Entscheidung Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz, mit welcher der Eilantrag des Besitzers des Weinguts und Biohotels Gänz aus Hackenheim zurückgewiesen wurde. „Mit diesem Eilverfahren wollte die Familie Gänz erreichen, dass ihre Grundstücke für den Bio-Weinbau vorläufig jagdfrei gestellt werden“, so die AZ. „Hintergrund der Klage war die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom Juni vergangenen Jahres. Dieser hatte mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Einbindung in eine Jagdgenossenschaft für einen Grundeigentümer, der die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt, eine unverhältnismäßige Belastung seines Eigentums darstellt und gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt.“

Eine endgültige Entscheidung über die jagdliche Befriedung der Flächen der Familie Gänz werde im Hauptsacheverfahren getroffen, sobald die Änderungen des Bundesjagdgesetzes wirksam werden.

4.5.13: Kritik am VG Koblenz

"Vorerst darf in der Hackenheimer Gemarkung weiter gejagt werden", titlelt die Allgemeine Zeitung am 4.5.2013. Denn das Verwaltungsgericht Koblenz hat mit Beschluss vom 17.04.2013 einen Eilantrag der Winzer-Familie Gänz aus Hackenheim zurückgewiesen, die Jagd auf den eigenen Grundstücken zu untersagen und aus der Jagdgenossenschaft auszutreten. Denn das derzeit geltende Recht sehe eine solche Regelung nicht vor.
"Dominik Storr, Rechtsanwalt der Familie Gänz, spricht von einer Verletzung der Menschenrechte. Er verweist weiterhin auf Gerichte in Bayern und Baden-Württemberg, die die unfreiwilligen Jagdgenossen vorerst aus der Zwangsmitgliedschaft in den Jagdgenossenschaften entlassen", so die Allgemeine Zeitung.

ARD: Jagd - Naturschutz oder blutiger Sport?

"Jagd - Naturschutz oder blutiger Sport?", so lautete die Frage in der ARD-Talkshow "Hart aber fair" vom 29.04.2013 mit dem Titel "Tier oder wir - Wie viel Natur erträgt der Mensch?".
In der Diskussion zwischen Tierschützern und Jägern wurde deutlich: Jagd ist ein Hobby, hat aber mit Ökologie nichts zu tun.
Sehen Sie: Jagd - Naturschutz oder blutiger Sport? (Hart aber fair, Sendung vom 29.04.2013)
Sehen Sie: Wildtiere erobern die Städte (Hart aber fair, Sendung vom 29.4.2013)
Die gesamte Diskussion sehen Sie hier

BILD titelte nach der Sendung: HART, ABER FAIR - Tierquäl-Vorwürfe gegen Textil-König
Denn der Jäger und Trigema-Chef Wolfgang Grupp musste sich und sein blutiges Hobby in der Sendung immer wieder verteidigen. BILD schreibt dazu:
“Grupp beharrt darauf, dass die Jagd der Ökologie diene. „Focus"-Journalist Miersch genervt: „Sagen Sie doch einfach, Sie produzieren Wildfleisch. Und dann ist es auch gut. Aber lassen Sie die Ökologie doch mal weg."
BILD zitiert auch die Journalistin und Tierschützerin Hilal Sezgin:
„Die Jagd läuft auf das Schießen hinaus. Es endet immer damit, dass das Tier erschossen wird. Wir wollen aber mit anderen Tierarten zusammen leben".

5.4.13: Grundbesitzer wollen Jagd verbieten

"Grundbesitzer wollen Jagd verbieten", titelt extremnews.com am 5.4.2013. Das Nachrichtenprotal greift Informationen der Märkischen Oderzeitung auf, nach denen bei Brandenburgs Unteren Jagdbehörden zunehmend Anträge auf Befreiung von der Mitgliedschaft in Jagdgenossenschaften eingingen.

4.4.13: Stoppschilder für Jäger

"Stoppschilder für Jäger", titelt die Märkische Oderzeitung am 4.4.2013. Demnach beantragen immer mehr Grundstückseigentümer in Brandenburg dass auf ihren Flächen nicht gejagt wird: "Im vergangenen Herbst ergab eine Abfrage des Ministeriums, dass zwei Waldbesitzer gern die Jagd auf ihren Flächen beenden würden. Inzwischen sind es mehr geworden. In Oberhavel liegt ein Antrag vor, ein weiterer ist bereits angekündigt. Im Landkreis Oder-Spree gab es schon mehrere Anfragen zu diesem Thema", so die Zeitung.
Doch weder im Potsdamer Infrastrukturministerium noch in der Obersten Jagdbehörde wisse man, wie mit den Anträgen umzugehen sei. Das neue Gesetz tritt frühestens in einem halben Jahr in Kraft - und die Länder müssten die Ausführungsbestimmungen dazu erst noch regeln.

Eigentümer müssen Jagd nicht mehr dulden

"Eigentümer müssen Jagd auf ihrem Land nicht mehr dulden", titelt welt.de am 22.3.2013 und schreibt: "Gute Nachrichten für Gegner des Waidwerks: Landbesitzer können künftig die Jagd auf ihren Grundstücken untersagen lassen." nachdem der Bundesrat das Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften am 22.3.2013 passieren ließ, entscheide in Zukunft die zuständige Landesbehörde nach Anhörung aller Betroffenen.

17.3.13: Biowinzer wollen Jäger aussperren

"Biowinzer wollen Jäger aussperren - Grundstückseigentümer möchten nicht auf umstrittene Änderung des Bundesgesetzes warten: Eilantrag beim Verwaltungsgericht", titelt die Rheinpfalz am 17.3.2013 und schreibt: "Auf den 60 Grundstücken des Bio-Weingutes Gänz soll nicht mehr gejagt werden dürfen. Und zwar möglichst bald. Das will die Winzerfamilie aus dem Kreis Bad Kreuznach mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Koblenz erreichen. Sie beruft sich auf eine im Juni verkündete Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte."
Dem Artikel zufolge äußere sich auch das rheinland-pfälzische Umweltministerium kritisch: Rheinland-Pfalz setze sich dafür ein, dass Tierschutzbelange stärker im Jagdrecht berücksichtigt werden. Rheinland-Pfalz werde sich in der Bundesratssitzung am 22. März ”nochmals für den Verzicht auf unnötigen Verwaltungsaufwand sowie für den fairen Umgang mit den Grundeigentümern, die die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, einsetzen”, zitiert die Rheinpfalz das Umweltministerium.

EU-Urteil: Jäger befürchten Verbote

Die Rheinische Post berichtet am 14.3.2013 von dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn Grundstücksbesitzer dulden müssen, dass Jäger gegen ihren Willen und ihre ethische Überzeugung ihre Grundstücke betreten, um dort Tiere tot zu schießen. "Jäger in Deutschland genießen alte Rechte. Sie dürfen zum Beispiel auf der Pirsch fremde Ländereien betreten, ohne dies dem Eigentümer vorher mitteilen zu müssen", so die Rheinische Post. "Doch damit ist es bald vorbei. Die Klage eines deutschen Landbesitzers vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte schafft dieses Privileg nun ab."
Die ersten Anträge von Grundstücksbesitzern liegen den Unteren Jagdbehörden am Niederrhein bereits vor.

12.3.13: Richter "befrieden" Grundstücke

"Richter „befrieden“ Grundstücke: Jagdgegner bekommt recht", titelt die Main Post am 12.3.2013 und schreibt: "Zwei weitere bisher dem Jagdrecht unterliegende Flächen in der Region sind „befriedet“. Das Verwaltungsgericht Würzburg (VG) hat nach einer Klage von Stefan Körber (39) entschieden, dass auf Grundstücken in Dettelbach und Mainsondheim ab April bis auf weiteres nicht auf Wildtiere geschossen werden darf."

Lesen Sie: Gerichtsbeschlüsse - Immer mehr jagdfreie Grundstücke

MDR: Jagdverbot aus Gewissensgründen

Der MDR THÜRINGEN berichtete am 11.3.2013 über Wald- und Flurbesitzer, die ein Jagdverbot auf ihren Grundstücken beantragt haben. Die Grundstückseigentümer berufen sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom Juni 2012.
Informationen zur Sendung
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SWR Fernsehen: Jagen verboten

"Jagen verboten - Warum Waldbesitzer Jäger aussperren dürfen"

Das SWR Fernsehen in Baden-Württemberg berichtete am 7.3.2013 um 20.15 Uhr über das neue Jagdrecht, wonach Grundstückseigentümer die Jagd auf ihrem Grundstück verbieten können.
Informationen zur Sendung + Sendung ansehen

Jagdgesetzänderung

Gesetz geändert - Jäger sind entsetzt - Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 1.3.2013
"Deutschland hat sein Jagdgesetz geändert. Die Jäger sind entsetzt, die Naturschützer auch."
"Die neue Fassung des Bundesjagdgesetzes setze die Hürden für ein Jagdverbot auf eigenem Grund und Boden zu hoch. »Einen Antrag auf Befriedung durchzubekommen, ist sehr schwierig«, berichtet Jens Dörschel, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Jagdrecht der Grünen-Faktion in Berlin."

Jäger sehen ungeklärte Fragen nach Anti-Jagd-Urteil - Badische Zeitung, 1.3.2013
"Der Bundestag hat die Rechte von Grundbesitzern gestärkt, die ihren Besitz zur jagdfreien Zone erklären wollen."
"Auch der Nabu leide unter Zwangsbejagungen. Die Organisation kaufe bundesweit regelmäßig Flächen, um beispielsweise Wasservogelparadiese zu gestalten."

Jagdrecht: Ohne Änderungen durch den Bundestag - dlz agrarmagazin, 28.2.2013
"Das Gesetz soll es Jagdgegnern erkennbar schwer machen, ihre vom EGMR bestätigten Eigentümerrechte wahrzunehmen und aus der Jagdgenossenschaft auszutreten. Genau das hat Staatssekretär Bleser gegenüber einer Tierschutzaktivistin offenbar auch freimütig zugegeben, ohne dass er das bisher dementiert hätte."
"Laut der Grünen-Abgebeordneten Cornelia Behm sei es absehbar, dass sich die Jagdgegner das nicht gefallen lassen werden. Auseinandersetzungen vor Gericht seien programmiert."

EU-Urteil: Krefelds Jäger in der Falle

"EU-Urteil: Krefelds Jäger in der Falle", titelt die Rheinische Post am 21.2.2013 und berichtet vom Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte: Die Große Kammer aus 17 Richtern unterschiedlicher Nationalität habe die höchstinstanzliche deutsche Rechtsprechung auf den Kopf gestellt und die Möglichkeit geschaffen, jahrhundertealten Vorrechten einen Riegel vorzuschieben. Doch: "In Berlin wird derzeit an einer Novellierung gearbeitet. Und die Lobbyisten der Jägerschaften tun ihr Möglichstes, um Rechte, die ursprünglich aus den Feudalzeiten stammen, zu behalten."

"Sachverständige bestätigen geplante Änderungen im Jagdrecht", heißt es im Landwirtschaftsportal top agrar am 23.2.2013.
Hier ist zu sehen, wie gut sich Landwirtschaftsminister Aigner und der Präsident des Bundesjagdverband, Hartwig Fischer, verstehen. In der Pressemeldung heißt es, dass sich die Regierungskoalition durch die Experten bestätigt sehe - was den kritischen Leser nicht verwundert, da die "Experten" allesamt der Jagd- und Forstlobby zuzurechnen waren. So litt nach Einschätzung der Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion für Waldpolitik, Cornelia Behm, die Anhörung darunter, „dass die Vertreter der Jagd unter sich blieben und Sachverständige des Tierschutzes fehlten.“

Forderungen des BUND Naturschutz

Jagdfreie Gebiete für den Naturschutz!

„Die Bundesregierung ist bislang vor der Jagdlobby eingeknickt, wesentliche Änderungen des Jagdrechts wurden so verhindert“, kritisiert der BUND Naturschutz.
„Doch aller Widerstand konnte einen kleinen Lichtblick nicht verhindern, denn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat 2012 entschieden: Eine flächendeckende Zwangsbejagung ohne besonderen Grund, wie bislang in Deutschland vorgeschrieben, verstößt gegen die Menschenrechte.“

Der BUND fordert:
- Gründe des Naturschutzes sind als ethische Gründe anzuerkennen.
- Auch Naturschutzverbände müssen ethische Gründe für Jagdstopp gelten machen können!

Lesen Sie die Stellungnahme des BUND Naturschutz zur Änderung des Bundesjagdgesetzes

Erfolg vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof

„Keine Jagd auf meinem Grundstück!“

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat mit Beschluss vom 30.01.2013, der unanfechtbar ist, in einem Eilverfahren entschieden, dass auf dem Grundstück eines ethischen Jagdgegners ab dem 1. April 2013 vorläufig nicht mehr gejagt werden darf. Mit diesem Beschluss, den der Bayerische Verwaltungsgerichtshof ausführlich begründete, hat der erkennende Senat Rechtsgeschichte geschrieben. Zum ersten Mal seit Bestehen des Bundesjagdgesetzes gelingt es einem ethischen Jagdgegner, sein der generellen Jagdpflicht unterliegendes Grundstück gegen den Willen der Behörden jagdfrei zu stellen.

Die Vorschriften betreffend des Jagdausübungsrechts durch die Jagdgenossenschaft, welcher der Grundstückseigentümer zwangsweise angehört, sind ab dem 1. April 2013 vorläufig nicht anzuwenden (BayVGH, Beschluss vom 30.01.2013 - 19 AE 12.2123).
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Jagdgenossen sehen sich im Fadenkreuz

"Jagdgenossen sehen sich im Fadenkreuz - Für große Aufregung bei den Jagdgenossen sorgt der jüngste Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs", titelt der Fränkische Tag am 19.2.2013 und schreibt, dass unter den Jagdgenossen die Stimmung koche. "Das Jagdrecht löst sich womöglich zugunsten der sogenannten Tierschützer total auf", wird ein Vertreter der unteren Jagdbehörde zitiert.

"Wir sind die Deppen"

"Auf der Jagd nach einem besseren Image - Warum die Jäger gefrustet sind und was sie zum Siegeszug der Tierschützer sagen" - Straubinger Tagblatt, 17.2.2013

„Die Jäger bemühen sich um ein besseres Image in der Öffentlichkeit. Ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofes, wonach die Jagd auf einem Privatgrundstück nicht mehr zwingend geduldet werden muss, wird ihnen das nicht leichter machen.“

TV touring: JAGDGEGNER BEKOMMT RECHT!

JAGDGEGNER BEKOMMT RECHT! - Sehen Sie die Sendung des Lokalsenders TV touring vom 15.2.2013.
"Nach 7-jährigem Rechtsstreit bekam Roland Dunkel vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Recht. Er hatte gegen die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft geklagt. Nach deutschem Recht ist jeder Besitzer von weniger als 75 Hektar Wald, Wiese oder Ackerland zur Mitgliedschaft in einer solchen Genossenschaft verpflichtet. Die Jagd auf dem eigenen Grundstück musste damit einhergehend geduldet werden. Jetzt entschied die Justiz, dass dieser Zustand eine unverhältnismäßige Belastung für den Grundstücksbesitzer darstellt, wenn dieser die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt."

BR: Tierschützer bremsen Jäger aus

Bericht im Bayerischen Fersehen, Magazin Quer

Das Bayerische Fernsehen berichtete am 14.2.2013 im Magazin Quer zum Thema "Keine Jagd auf meinem Grundstück".
Zum ersten Mal seit Bestehen des Bundesjagdgesetzes ist es ethischen Jagdgegnern gelungen, ihre der generellen Jagdpflicht unterliegendes Grundstück gegen den Willen der Behörden jagdfrei zu stellen.
Roland Dunkel und Ursula Becker wurden für das magazin Quer auf ihren Grundstücken interviewt und gefilmt.

Leider übernimmt die Sendung ungeprüft das ewige Jägerlatein (Wildschäden, Wildseuchen, Tollwut, Verkehrsunfälle etc.).

Es gibt wissenschaftliche Studien, die belegen, dass die Tollwut in Deutschland seit Jahren nicht mehr vorkommt, dass von Füchsen im Wald keine Fuchsbandwurmgefahr für den Menschen ausgeht und dass „Tierseuchen“ wie die Schweinepest aus der industriellen Schweinemast entspringen und die Wildschweine nicht als Erstverursacher anzusehen sind. Dies bestätigte auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Aufgrund einer Stellungnahme der Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen bei Tieren, wonach in Wildschweingebieten ohne KSP-Problematik kein erhöhtes Einschleppungsrisiko für Hausschweine bestehe, ist dieser zu dem Ergebnis gelangt, dass eine hohe Wildschweinpopulation nicht als Erstursache für den Ausbruch von Tierseuchen angesehen werden kann. Danach kann nach Auffassung des BayVGH nicht von einer automatischen seuchenrechtlichen Gefährdungslage aufgrund eines hohen Wildschweinbestandes ausgegangen werden (vgl. BayVGH, Beschluss v. 14.01.2005, W 6 S 04.1496).

Es gibt wissenschaftliche Langzeitstudien, die belegen, dass ein hoher Jagddruck die Vermehrung von Wildschweinen fördert und das „Wildschweinproblem“ damit immer weiter verschärft.

All dies sind Fakten, die in der Öffentlichkeit einfach nicht zu Kenntnis genommen werden.
Sehen Sie die Sendung in der Mediathek

Bericht in ZDF "heute nacht"

Das ZDF berichtete am am Mi., 13.2.2013 in heute nacht über den Beschluss des bayerischen Verwaltungsgerichtshofs.
Für diesen Beitrag wurde Roland Dunkel interviewt, auf dessen Grundstück ab 1. April 2013 nicht mehr gejagt wird.
Sehen Sie die Sendung in der Mediathek (ab Minute 5:25).

Vegetarier setzt Jagdverbot durch

Vegetarier setzt Jagdverbot durch - Mittelbayerische Zeitung, 11.2.2013
"Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof schreibt Rechtsgeschichte: Auf der Wiese eines ethischen Jagdgegners dürfen keine Tiere mehr geschossen werden.“

Bayerischer Rundfunk, 6.2.2013

Presseecho vom 5.2.2013

Urteil: Jagd-Gegner darf Bambi schützen
"Roland Dunkel mag Rehe und konnte bislang trotzdem nichts dagegen tun, dass die Tiere auf seiner Wiese getötet werden. Nach jahrelangem Kampf hat er jetzt vor Gericht gewonnen. Die Jäger-Lobby ist geschockt, das Urteil könnte unabsehbare Folgen für sie haben."
Süddeutsche Zeitung online, 5.2.2013

Jagdgegner gewinnen vor Gericht
"Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat vergangene Woche entschieden, dass auf Dunkels Wiese vorläufig nicht mehr gejagt werden darf. Auch eine Grundstücksbesitzerin aus Würzburg muss die Jagd nicht mehr zulassen.
Beide Fälle hat Rechtsanwalt Dominik Storr aus Neustadt am Main vertreten. Von einem „riesigen Erfolg“ spricht er und findet, der Verwaltungsgerichtshof habe damit „Rechtsgeschichte“ geschrieben."
Donaukurier online, 5.2.2013

Jagdgegner bekommt recht: Das Töten von Tieren muss man auf seinem Grundstück nicht akzeptieren
"Der Gesetzesentwurf des Bundeskabinetts für ein neues Jagdrecht sieht vor, dass ethische Jagdgegner für Wildschäden mithaften. „Ein juristischer Skandal“, findet Storr. So sollten Jagdgegner eingeschüchtert werden, auf ihr Recht zu verzichten.
Zu einem ganz anderen Ergebnis sei der VGH gekommen. Das Gericht habe keinen Anlass gesehen, Dunkel zu einer Entrichtung von Wildschadenersatz an die Jagdgenossenschaft oder an ihre Mitglieder zu verpflichten. Damit habe das Gericht dem Gesetzgeber den Wink gegeben, „dass es juristisch nicht statthaft ist, den ethischen Jagdgegnern Geld abzuknöpfen, nur weil diese von einem Menschenrecht Gebrauch machen“."
Main Post online, 5.2.2013

Tierschützer muss Jagd auf Grundstück nicht dulden
"Richter geben Tierfreund Recht Ein Tierschützer muss die Jagd auf seinem Grundstück nicht hinnehmen, auch wenn dieses der generellen Jagdpflicht unterliegt. Dies hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) in einem Eilverfahren entschieden."
Main Echo online, 5.2.2013

Urteil: Tierschützer muss Jagd auf Grundstück nicht dulden
"Ein Tierschützer muss die Jagd auf seinem Grundstück nicht hinnehmen, auch wenn dieses der generellen Jagdpflicht unterliegt.
Dies hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) in einem Eilverfahren entschieden. Der 19. Senat trage damit der Auffassung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte Rechnung, teilte der Verwaltungsgerichtshof in München am Dienstag mit."
Augsburger Allgemeine online, 5.2.2013

NABU Bundesregierung umgeht EGMR-Urteil

Pressemitteilung des NABU vom 16.1.2013:

Bundesregierung umgeht Jagd-Grundrechtsurteil des Menschenrechts-Gerichtshofs

NABU fordert rechtskonforme Änderung des Bundesjagdgesetzes

Mit Blick auf die Bundestagsberatungen über die Änderung des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) hat der NABU scharfe Kritik am vorliegenden Gesetzentwurf geäußert.

Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 26. Juni 2012, wonach die Pflichtmitgliedschaft von Flächeneigentümern in einer Jagdgenossenschaft die Europäische Menschenrechtskonvention verletzt. Das Urteil soll noch in dieser Legislaturperiode im BJagdG kurzfristig umgesetzt werden.

„Mit dem vorliegenden Gesetzesvorschlag würde das Urteil des EGMR völlig unvollständig umgesetzt. Wenn die Regierung an dem Vorschlag festhält, sind weitere Klagen von Flächeneigentümern zu erwarten, die die Jagd auf ihren eigenen Flächen verbieten bzw. einschränken wollen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Dem Gesetzentwurf zufolge sollen für die jagdliche Befriedigung ausschließlich ethische Gründe von natürlichen Personen gelten, wozu der Antragsteller eine Art „Gewissensprüfung“ durchlaufen muss. Fachlich motivierte Ablehnungen der Jagd von juristischen Personen wie Stiftungen und Naturschutzverbänden würden dadurch kategorisch ausgeklammert.

„Der NABU kauft regelmäßig Flächen, um beispielsweise Wasservogelparadiese zu gestalten. Wenn wir dort nicht selbst Jagdausübungsberechtigter sind, haben wir kaum Einfluss auf die Aktivitäten der Jäger. Das muss sich dringend ändern“, forderte Tschimpke.

In Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wird derzeit intensiv an einer grundlegenden Novellierung der Landesjagdgesetze gearbeitet. Damit das Bundesjagdgesetz zukünftig weiter als jagdgesetzlicher Orientierungsrahmen für die Länder dienen kann, muss das BJagdG dringend grundlegend reformiert werden. Wichtige Erkenntnisse der Wildtierökologie und des Natur-, Arten- und Tierschutzes sowie die veränderten gesellschaftlichen Anforderungen an die Jagdausübung müssen in den Novellierungsprozess mit einfließen.

Die Stellungnahme, sowie weitere Pressemitteilungen des NABU zur Änderung des Jagdgesetzes stehen zum Download zur Verfügung auf der Internetseite:
www.NABU.de/jagd

5.1.13: Deutschland ändert sein Jagdgesetz

"Deutschland ändert sein Jagdgesetz", titelt der Reutlinger Generalanzeiger am 5.1.2013 und schreibt: "»Nicht bei mir.« Das soll in Zukunft der Besitzer von Feld, Wald, Wiese sagen können, der dagegen ist, dass auf seinem Grund und Boden Tiere totgeschossen werden. " Das Bundeskabinett habe Ende Dezember gebilligt, was Europa vorgibt. "In wenigen Monaten soll der Bundestag die Änderung des deutschen Jagdrechts billigen, das bisher die tatsächliche Umsetzung des europäischen Urteils blockiert", so die Zeitung.
Jäger laufen immer noch Sturm gegen eine Gesetzesänderung. Der Reutlinger Generalanzeiger zitiert den Tübinger Bezirksjägermeister Professor Walter Jäger: "Da müssen schon erhebliche ethische Gründe geltend gemacht werden".

Ilse Aigner erhält Negativpreis des NABU

Der Natutschutzbund NABU hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner mit dem „Dinosaurier des Jahres 2012“ ausgezeichnet – auch wegen ihrer Blockade bei der Neugestaltung eines umweltverträglicheren Jagdrechts.
„Ein Paradebeispiel für das von Lobbyinteressen geleitete Politikverständnis der Ministerin sei die geplante Novellierung des Bundesjagdgesetzes“; so der NABU in seiner Pressemittelung vom 27.12.2012. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte Ende November einen Gesetzentwurf zur Änderung des Jagdrechts verschickt, der notwendige und sinnvolle Korrekturen enthielt. Nur eine Woche später wurde der Entwurf überraschend zurückgezogen. „Dass das von Ilse Aigner geführte Bundeslandwirtschaftsministerium so unvermittelt einen aus Naturschutzsicht fortschrittlichen Gesetzentwurf zurückzieht, zeigt den Einfluss der Jagdlobby auf die Politik“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Jagd contra Menschenrecht

„Jagd contra Menschenrecht“, titelt die Kreiszeitung Wesermarsch am 20.12.2012 und schreibt: “Jan Gerdes war früher selbst Jäger. Mittlerweile lehnt der Betreiber der Tierschutzeinrichtung Hof Butenland in Niens jedoch die Jagd ab. Und er möchte nicht mehr, dass auf den zu dem Hof gehörenden Flächen gejagt wird.“

Der Tierschützer beruft sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012, der entschieden hatte, dass ein Grundstückseigentümer, der die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt, unverhältnismäßig in seinem Eigentumsrecht verletzt wird, wenn er die Jagd auf seinem Grund und Boden dulden muss.
Vor einigen Wochen führten die Jäger eine Treibjagd auf dem Grundstück durch. „Aus diesem Grund hat der Betreiber des Lebenshofs für Tiere nun einen Rechtsanwalt eingeschaltet“, so die Zeitung.

WDR, 30.11.12: Grundstücksbesitzer contra Jäger

Der WDR (Sendung Lokalzeit) und die Münsterländische Volkszeitung berichten am 30.11.2012 von dem Grundstückseigentümer Andre Hölscher, der sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte beruft und die Jagd auf seinem 4,6 Hektar Grund und Boden nicht länger dulden will. Und so steht er – bekleidet mit einer Warnweste – auf seiner Wiese, weil der Jagdpächter eine Treibjagd auf Hasen und Kaninchen veranstaltet.

Die Münsterländische Volkszeitung schreibt: „Die Jäger betreten die Weide, Andre Hölscher zieht sich langsam zurück. In einer Hand hält er ein Schild hoch. „Keine Jagd auf meinem Grundstück!“ ist darauf zu lesen.“

TV-Sendung: "Keine Jagd auf meinem Grundstück"

Das Bayerische Fernsehen berichtete am 16.11.2012 in der Sendung "Unser Land"zu dem Thema "Jagd auf fremdem Grund: Ist das in Zukunft noch erlaubt?"


Für diese Sendung wurden Roland Dunkel vom Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. und sein Rechtsanwalt Dominik Storr interviewt. Roland Dunkel wehrt sich vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die zwangsweise Bejagung seines Grundstücks. Er beruft sich dabei auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012, der wie schon zuvor für Frankreich und Luxemburg feststellte, dass es gegen die Europäische Menschrechtskonvention verstößt, wenn ein Grundstücksbesitzer die Jagd auf seinem Land dulden müssen, obwohl er sie aus ethischen Gründen ablehnt.


Link zu Sicht der Kläger
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Wir freuen uns, dass dieses Thema immer mehr in die öffentliche Berichterstattung rückt, und hoffen, dass die Grundstückseigentümer in Deutschland endlich zu ihrem Recht kommen.

5.11.12: Geschäftsfrau will Jagdverbot erwirken

„Geschäftsfrau will Jagdverbot erwirken“, titelt Die Glocke am 5.11.2012. Demnach wehren sich Spaziergänger und Anwohner gegen die Jagd auf Stockenten im Bereich des Emssees bei Warendorf – auch mit Unterschriftenlisten.
„Auch Geschäftsfrau Anita Rendon gehört zu denen, die sich mit dem Töten der Tiere auf öffentlichem Grund nicht anfreunden wollen“, so Die Glocke. Im Gespräch mit der Zeitung habe die Geschäftsfrau auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) verwiesen. Dieser hat entschieden, dass Grundstückseigentümer nicht verpflichtet werden dürfen, die Jagd auf ihrem Land zu dulden. Letztlich gehöre der Emssee-Park den Bürgern der Stadt Warendorf, so Anita Rendon – und die Jagd sei eine unverhältnismäßige Belastung der Bürger.

20.10.12 ARD Ratgeber Recht: Jagdrecht, adé?

Der ARD Ratgeber Recht fragte am 20.10.2012: "Jagdrecht, adé?"
"Bei diesem Thema kochen die Emotionen hoch: die Jagd. Ein Tierschützer klagte gegen eine jahrhundertealte deutsche Tradition: die Pflicht zur Jagd. Er wehrte sich dagegen, dass er als Landbesitzer automatisch Mitglied einer Jagdgenossenschaft werden sollte und damit auf seinem Grundstück die Jagd dulden musste. Für ihn als Tierschützer eine Zumutung!"
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19.10.12: "Keine Jäger auf meiner Wiese"

„Keine Jäger auf meiner Wiese“, titeln die Westfälischen Nachrichten am 19.10.2012. Demnach hat der Comedian André Hölscher alias „Bauer Heinrich Schulte-Brömmelkamp“ beim Kreis Steinfurt einen Antrag auf Ruhen der Jagd auf seinem Grundstück gestellt.

Am 17. Oktober wurde der Tierfreund Zeuge einer Treibjagd: Eine Jagdgesellschaft wollte auf seinem rund 4,6 Hektar große Grundstück in Ladbergen die Jagd ausüben. „Das ist legal, denn als Grundbesitzer muss ich per Gesetz auch meine Wiese für die Jagd zur Verfügung stellen“, erklärte André Hölscher gegenüber den Westfälischen Nachrichten. Doch er ist überzeugter Gegner von Treibjagden und beruft sich auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Weil Hölscher die Jäger vor einigen Tagen nicht am Betreten seines Grundstücks hindern konnte, stellte sich aber demonstrativ mitten auf die Wiese. „Ich will es nicht mehr hinnehmen, dass auf meinem Grundstück mit einer Schusswaffe Tiere erlegt werden“, zitieren die Westfälischen Nachrichten.









9.10.12: Kampf gegen das Jagdrecht

"Kampf gegen das Jagdrecht: URTEIL - Familie Gänz aus Hackenheim will in ihrem Waldstück keine Blutlachen mehr sehen" , titelt die Allgemeine Zeitung, Region Bad Kreuznach/Sobernheim am 9.10.2012. Die Zeitung berichtet vom Fall der Familie Gänz, die in Hackenheim ein ökologisches Weingut betreibt. Vor etwa zwei Jahren beantragten die Weingutsbesitzer den Austritt aus der Jagdgenossenschaft: „Bei einem Spaziergang fanden wir Blutlachen vor. Es sah aus wie auf einem Schlachtfeld", zititert die Zeitung Sarah Gänz. Der Antrag auf Austritt aus der Jagdgenossenschaft wurde damals abgelehnt. Doch nun beruft sich Familie Gänz auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 und will die Jagd auf ihren Grundstücken nicht länger dulden. Im Gespräch mit der Allgemeinen Zeitung macht Familie Gänz deutlich, dass sie mit ihrem Wald und den angelegten Streuobstwiesen einen natürlichen Rückzugsraum für Wildtiere schaffen und im Einklang mit der Natur leben wolle.
Lesen Sie den Artikel in der Allgemeinen Zeitung

Antrag auf Jagdverbot in saarländischem Privatwald

Ein Privatwaldbesitzer im Nordsaarland will das Jagen auf seinem Grundstück verbieten. Dies berichtet das Nachrichtenportal sol.de am 13.10.2012. Ein entsprechender Antrag liege der Vereinigung der Jäger des Saarlandes vor. Der Waldbesitzer beruft sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012.

8.10.12: Grundbesitzer wollen Jagd verweigern

"Grundbesitzer wollen Jagd auf ihren Flächen verweigern", titelt die Lippische Landeszeitung am 8.10.2012.Demnach sind in Ostwestfalen-Lippe, den Kreisen und der Stadt Bielefeld in den Unteren Jagdbehörden mehrere Anträge und Anfragen von Grundbesitzern eingegangen, die auf ihren Flächen die Jagd nicht mehr dulden wollen und auf das Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) vom sich 26. Juni berufen.
Die Zeitung zitiert den Bielefelder Rechtsanwalt und Jäger Harald Schlüter mit den Worten, das Urteil sei "eine Zeitenwende im deutschen Jagdrecht".

8.10.12: "Zeitenwende" im Jagdrecht

"Harte Zeiten für Jäger - Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte unterstützt Jagdgegner ", titelt hannover-zeitung.net. Über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte heißt es: Experten sehen eine "Zeitenwende" im Jagdrecht. Die Jäger müssten einsehen, dass sich Werte verändern und der Tierschutz zu Recht einen höheren Stellenwert erhalten hat, so die Zeitung.

SWR: Ein Halali aufs deutsche Jagdgesetz

SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz, Sendung vom Mittwoch, 26.9.2012, 18.10 Uhr

Günter Herrmann brauchte zehn Jahre und fünf Gerichtsinstanzen, dann gab ihm die sechste Instanz Recht. Die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg beschied: Als Grundstücksbesitzer kann er nicht verpflichtet werden, Mitglied in einer Jagdgenossenschaft zu sein und damit die Jagd zu dulden, wenn er aus Gewissensgründen das Töten von Tieren ablehnt.
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Hintergrundinformationen von Rechtsanwalt Dominik Storr zur Sendung
Kommentar von Ulrich Dittmann bei journalistenwatch.com
Hintergrundinformationen zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs

SWR berichtet über Zwangsbejagung

Am 28. August 2012 berichtete der SRW Rheinland-Pfalz im Natur- und Umweltmagazin "Im Grünen" über das Thema Zwangsbejagung und die Folgen der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs: Ein Tierschützer hatte erfolgreich geltend gemacht, dass ihm durch die Verpflichtung, die Jagd auf seinem Grundstück zu dulden, eine zu große Belastung auferlegt wird. Wie geht es mit den ausstehenden Verfahren vor dem Verwaltungsgericht München weiter?
Die Sendung wird wahrscheinlich am Samstag, den 1. September um 18:15 Uhr im Südwestfernsehen BW (Baden-Württemberg) wiederholt.
Sie können den Beitrag in der SWR-Mediathek ansehen (ab Minute 7:15)

Augsbuger Allgemeine: "Die Jagd im Schussfeld"

Unter dem Titel "Die Jagd im Schussfeld" berichtet die Augsbuger Allgemeine am 28.8.2012 ganzseitig über die beiden Klagen von Grundstückseigentümer gegen die zwangsweise Bejagung ihrer Grundstücke, die beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof anhängig sind:


"Noch muss jeder, der in Deutschland eine Wiese oder einen Wald besitzt, dulden, dass dort Wildtiere getötet werden. Tierschützer klagen seit Jahren dagegen. Einer von ihnen bekam in Straßburg recht. Was treibt die Kläger an? Zwei Ortsbesuche"


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Schluss mit der (Katzen-)Jagd auf eigenem Grund

"Gerichtsurteil: Grundbesitzer müssen Jagd nicht mehr dulden
Schluss mit der (Katzen-)Jagd auf eigenem Grund und Boden", titelt
wochenblatt.de am 29.8.2012.
Vor drei Jahren wurde die Katze der Familie Aichner erschossen - nur etwa 160 Meter vom Wohnhaus entfernt. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hat die Familie sich ans Landratamt gewendet und das Ruhen der Jagd auf ihrem Grundstück beantragt.
Link zum Artikel

6.8.12: EU-Urteil trifft Jäger (Märkische Allg.)

"EU-Urteil trifft Jäger: Waldbesitzer dürfen sich laut Richterspruch gegen die Jagd auf ihrem Grundstück wehren", titelt die Märkische Allgemeine am 6.8.2012. Interessant ist hier die Einschätzung des Geschäftsführers des Waldbauernverbands in Brandenburg, Enno Rosenthal: „Das Urteil ist eine Sensation. Es stärkt die Rechte von Kleinbesitzern.“ Rosenthal, selbst Jäger, kritisiert gegenüber der Zeitung, dass Besitzer von kleinen Waldgrundstücken Mitglied in einer Genossenschaft werden müssen. Er wünsche sich, dass die Waldbesitzer und nicht die Genossenschaft darüber entscheiden, ob und in welchem Umfang auf einem Grundstück gejagt werden darf.

Jägerzeitschrift "Jagd in Bayern" 8/2012

"Jagd in Bayern" 8/2012, die Zeitschrift des Bayerischen Jagdverbands, widmet sich ausführlich dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

Hier sind wir uns mit dem Bayerischen Jagdverband einig:

- "Ausgenommene Flächen werden zum „Paradies“ für’s Wild"

- "Ein Jagdgenosse, der auf seinem Grundstück die Jagd aus ethischen Gründen nicht mehr duldet, kann nach derzeitigem Kenntnisstand nicht einfach aus der Jagdgenossenschaft austreten. Denn die Mitgliedschaft ist gesetzlich festgeschrieben. Wenn er nicht will, dass auf seiner Fläche gejagt wird, muss er sein Grundstück für befriedet erklären lassen. Es ergeht ein Verwaltungsakt, der enthält in der Regel Auflagen. Auf jeden Fall müssen die ethischen Gründe glaubhaft gemacht werden. Eine Person mit Jagdschein etwa kann seine ethischen Gründe sicher nicht gewährleisten."

21.7.12: Waldbesitzer hält Jagd für überflüssig

Die Neue Westfälische Zeitung veröffentlichte am 21.7.2012 unter dem Titel "Alexander von Spiegel will Jäger von seinem Grundstück verbannen" ein Interview mit einem Grundstückseigentümer, der mit Berufung auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 die Jagd auf seinem Grund und Boden nicht mehr dulden will.
Alexander von Spiegel, der aus einer Jägerfamilie stammt und einen Jagdschein besitzt, lehnt die Jagd inzwischen ab, weil sie sein ethisches Empfinden erheblich beeinträchtige: "Besonders auf meinen eigenen Flächen erlebe ich immer wieder eine ungeheure Rücksichtslosigkeit gegenüber den Wildtierkreaturen und der Natur. Hierzu zählt das Schießen an der einzigen Wasserstelle, an Anfütterstellen und auf Weidegründen."
Der Waldbesitzer ist überzeugt, dass die Selbstregulierung in der Natur funktioniert: "Hegen und pflegen können sich die Tiere ganz gut selbst. Die Jäger stören da eher."
Von Spiegel hat bei der Jagdbehörde einen Antrag auf Jagdeinstellung auf seinem Land gestellt: "Normalerweise nehmen die Behörden Rücksicht auf derartige Gerichtsurteile. Falls nicht, klage ich."

Zum Thema: Artikel "Waldbauer untersagt Jagd auf seinem Land" in der Lippischen Landeszeitung (22.7.2012)

20.7.12: FAZ: Waldbesitzer muss Jagd nicht dulden

Die FAZ beschäftigt sich am 20.7.2012 mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 in Sachen Zwangsbejagung: "Das hessische Jagdwesen steht womöglich vor einer Zäsur, seit ein Waldeigentümer und überzeugter Jagdgegner in Rheinland-Pfalz vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen bemerkenswerten Erfolg erzielt hat."
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte in seinem Urteil vom 26.6.2012 festgestellt, dass die Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften gegen die Menschenrechte verstößt.
"Nach Ansicht der Jagdverbände erscheint damit ein bislang kaum vorstellbares Szenario realistisch: das Land als jagdlicher Flickenteppich", so die Zeitung.

Die ZEIT: Blattschuss für die Jägerlobby

"Blattschuss für die Jägerlobby - Tierfreunde feiern ein Grundsatzurteil: Wald- und Flurbesitzer müssen keine Jagd mehr auf ihren Flächen dulden. Der Streit mit den Jägern ist programmiert" titelt Die ZEIT am 12.07.2012 (Nr. 29, Rubrik WISSEN, S. 32).
In dem großformatigen Artikel, in dem auch über die Bürgerintiative Zwangsbejagung ade berichtet wird, heißt es unter anderem: „Eigentum verpflichtet, und wenn irgendwo die Sau, der Hirsch oder Bär los ist, dann muss ein Jäger über Flurgrenzen hinweg für Ordnung sorgen. So dachte man jahrzehntelang. – Damit ist nun Schluss. Die allerhöchste Instanz, die Große Kammer des EGMR, verkündete Ende Juni ein sensationelles, nicht mehr anfechtbares Urteil im Verfahren Herrmann gegen Deutschland: Jagd auf eigenem Land dulden zu müssen sei für deren Gegner "eine unverhältnismäßige Belastung“ und verletze den Schutz des Eigentums.“

SPIEGEL: "Relikt aus der Feudalzeit"

"Relikt aus der Feudalzeit" titelt der SPIEGEL Nr. 27 vom 2.07.12 (S. 103).
Das Magazin führte ein Interview mit dem renommierten Zoologen und Evolutionsbiologen Prof. Dr. Josef H. Reichholf über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, nach dem deutsche Grundstückseigentümer die Jagd auf ihrem Land nicht mehr dulden müssen.
Auf die SPIEGEL-Frage, was passieren würde, wenn viele Grundbesitzer die Jagd bei sich verböten und ob die Wildschäden zunehmen würden, antwortet der Zoologe: "Nicht unbedingt, eher gingen sie sogar zurück, denn durch Hegemaßnahmen wie Winterfütterung halten die Jäger die für den Abschuss attraktiven Wildbestände künstlich hoch. Während wenige Arten gepäppelt werden, wird das Raubwild viel zu stark dezimiert... "
Die Tierbestände würden auf ein natürliches Maß zurückgehen und seltenere Arten wie der Feldhase würden profitieren.
Und: "Das Wild würde in jagdfreien Zonen weniger scheu werden. Die Menschen könnten wieder aus der Nähe unsere heimische Tierwelt bestaunen."

Der anerkannte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf, der Leiter der Zoologischen Staatssammlung München war und an beiden Münchener Universitäten lehrte, kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der „Artenfeind Nr. 2“ ist. (Josef H. Reichholf: Die Zukunft der Arten - Neue ökologische Überraschungen. Verlag C.H.Beck, München, 2005)

Prof. Dr. Josef Reichholf vertritt die Auffassung, dass die Natur das Gleichgewicht selbst regelt: „Die richtige Wilddichte könnte sich ganz von selbst einstellen, wenn die Tiere, wie z.B. das Reh, nicht durch Bejagung und Wildfütterung in den Wald hineingedrängt würden.“ (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Jagdgegner bekommt Recht

TV-Bericht im SWR

Beiträge in juristischen Portalen

Im Magazin »Freiheit für Tiere« 2/2012 wird über die Verhandlung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit der Frage: »Dürfen Jäger auf Privatgrundstücken jagen?« berichtet.
online lesen
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SWR: Tierschützer gegen Zwangsbejagung

Europäischer Gerichtshof prüft Jagdpraxis in Deutschland
SWR "Im Grünen", 3.4., 18.10 Uhr SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Wiederholung: am 07.04.2012, 18.15 Uhr

Senderinformation: Wer in Deutschland kleinere Flächen in Wald, Feld und Flur besitzt, wird automatisch Mitglied in der örtlichen Jagdgenossenschaft. Damit verbunden ist das Betretungsrecht für Jäger: die so genannte Zwangsbejagung. Der Jurist und Tierschützer Günter Herrmann will das nicht mehr hinnehmen und hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg Beschwerde eingelegt. Jetzt erwarten Tierschützer und Jäger gespannt das Urteil. Es könnte die Jagdpraxis und das Reviersystem in Deutschland entscheidend verändern.

Informationen zur Sendung
Sendung ansehen

Der deutsche Jagdzwang auf dem Prüfstand

Sehr lesenswerter Fachartikel: "Der deutsche Jagdzwang auf dem Prüfstand des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte"
Lesen Sie den Artikel von Dr. jur Christian Sailer in der Zeitschrift "Natur und Recht", März 2012

Die Jagd auf dem Prüfstand des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte

von Dr. Christian Sailer

Es ist ein imposantes Bild, wenn die Große Kammer des Gerichtshofs zur mündlichen Verhandlung in den Gerichtssaal einzieht - eine Armada von 17 Richtern, 3 Ersatzrichtern und dem stellvertretenden Kanzler. Am 30.11.2011 ging es in einer eineinhalbstündigen Verhandlung um die Grundsatzfrage, ob sich ein deutscher Grundstückseigentümer dagegen wehren kann, dass er von Gesetzes wegen Zwangsmitglied einer Jagdgenossenschaft wird und dadurch die Jagd auch gegen seinen Willen auf seinem Grundstück dulden muss. Die deutschen Gerichte hatten dies bejaht, die Kleine Kammer des Gerichtshofs war ihnen gefolgt: Der Eigentumsschutz der Europäischen Menschenrechtskonvention (Art.1 d.1.Zusatzprot.) hindere den Gesetzgeber nicht, Eigentum zu beschränken. Und auch die Gewissensfreiheit eines Jagdgegners dürfe eingeschränkt werden, da anders das jagdrechtliche Reviersystem nicht aufrechterhalten werden könne.
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"Herrmann gegen die Bundesrepublik Deutschland"

Berichterstattung über die Verhandlung

Der Fall "Herrmann gegen die Bundesrepublik Deutschland" (Application no. 9300/07) wurde am Mittwoch, den 30.11.2011 vor der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte verhandelt.
Die Bekanntgabe des Urteils kann 6 Monate oder sogar bis zu einem Jahr dauern.

Hier können Sie die komplette Verhandlung via Webcam ansehen

Hier sehen Sie einen kurzen Bericht in der SWR Landesschau

Handelsblatt
Der Westen
Greenpeace Magazin

Verfassungsbeschwerde

Magazin »Freiheit für Tiere" 1/2011

Darf der Staat über Gewissensentscheidungen von Bürgern, die sich auf das Grundgesetz berufen, hinweggehen, nur um die Jagd aufrechtzuerhalten?
Verfassungsbeschwerde: »Keine Jagd auf meinem Grundstück!«

Die Besitzer eines Eigenjagdreviers wollen die Jagd auf ihrem Grund und Boden ruhen lassen. Sie halten es mit ihrem Gewissen für nicht vereinbar, Tiere zu töten oder die Tötung durch Jäger in Auftrag zu geben. Nachdem der Antrag auf Ruhen der Jagd im Jahr 2006 von der zuständigen Behörde abgelehnt wurde, klagten die Grundstücksbesitzer durch alle Instanzen. Im August 2010 legten sie Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. weiterlesen

Kritik an der Jagd im SWR-Fernsehen

SWR "Odysso - Wissen entdecken" vom 8.4.2010:
Natur im Fadenkreuz


Waidmanns Unheil
300.000 Hobbyjäger gibt es in Deutschland. Die kontrollieren den Wildbestand in unseren Wäldern und auf unseren Feldern. Aber: auch ein paar Tausend gut ausgebildete Berufsjäger gibt es in Deutschland. Die arbeiten zum Beispiel als Angestellte für einen begüterten Jagdherren. Und müssen ihm das Revier so herrichten, wie es dem Jagdherren gefällt.
Auf der Odysso-Homepage weiterlesen und den Beitrag anschauen
Kritik an der Jagd
Rund fünf Millionen Wildtiere werden jedes Jahr durch Jäger erlegt. Neben Wildschweinen oder Rehen werden beispielsweise auch Enten, Wildgänse oder Kormorane geschossen. Die Jäger argumentieren, sie müssten die Tierbestände regulieren und den Wald schützen. Neue wissenschaftliche Studien zeigen aber eindeutig: Jagd löst keine ökologischen Probleme sondern schafft sie erst...
Auf der Odysso-Homepage weiterlesen und den Beitrag anschauen
Jagdgenossenschaft
Wer einem Verein oder einer Genossenschaft beitritt, tut das freiwillig. Meistens jedenfalls. Denn wer in Deutschland ein Grundstück von unter 75 Hektar in einem Jagdbezirk besitzt, wird automatisch Mitglieder einer Jagdgenossenschaft – ob er will oder nicht. Viele wissen gar nicht, dass sie Mitglied sind, denn darüber wird man nur auf Anfrage informiert. Und bislang gibt es auch keine Möglichkeit, aus einer solchen Jagdgenossenschaft auszutreten oder die Jagd auf der eigenen Wiese zu verbieten.
Auf der Odysso-Homepage weiterlesen
Broschüre zur Sendung Odysso vom 8.4.2010: Natur im Fadenkreuz
http://www.swr.de/odysso/-/id=6221562/property=download/nid=1046894/ujct3e/Odysso_100408.pdf

Rückmeldung an den SWR schreiben

quer - Aus für die Pirsch?

Bayerisches Fernsehen "Quer", 20.11.08

Halali für Haustiere:
Grundstücksbesitzer grenzen Jäger aus

Marie-Antoinette de Contes hat einen Hass auf Jäger: Sechs ihrer geliebten Katzen haben die bereits erlegt – und das könnte auf dem eigenen Grundstück passiert sein. Denn in Bayerns gilt das Reviersystem; und das besagt, dass auf jedem Grundstück, das in einem Jagdrevier liegt, auch herumgeschossen werden darf. Immer mehr Grundstückseigentümer aus Bayern wehren sich nun gegen diese Revierregelung, doch kein Gericht gibt ihnen recht. Und die Jäger pochen darauf, mit Büchse und Flinte einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege zu leisten.

Quelle: Bayerisches Fernsehen, Quer
querVideo: Halali für Haustiere: Grundstücksbesitzer grenzen Jäger aus

Es verstößt

gegen die Europäische Menschenrechtskonvention, wenn ein Grundstückseigentümer zwangsweise Mitglied in einer Jagdgenossenschaft ist und damit die Jagd auf seinem Land dulden muss, obwohl er sie aus ethischen Gründen ablehnt.